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Zwischen Moschee und Gesellschaft

Imame in Österreich

Edited By Ednan Aslan

Obwohl die Geschichte des Islam in Österreich viel weiter zurückreicht als die Geschichte der muslimischen Migration nach Österreich, rufen Muslime und ihre religiöse Präsenz nach wie vor kontroverse Diskussionen hervor. Dabei rücken vor allem Imame ins Zentrum der Debatte – als jene Kräfte, die, so die Behauptung, mit ihrer Ablehnung der westlichen Grundwerte der Isolation der Muslime Vorschub leisten und dergestalt eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Glaubt man diversen Berichten, bilden Imame und Moscheen jedenfalls den Nährboden für ein gefährliches Religionsverständnis. Wer sind nun diese Imame? Worin besteht eigentlich ihre Tätigkeit? Wird ihr Einfluss überschätzt oder sind sie tatsächlich eine Gefahr für die Gesellschaft und ein Hindernis für die Integration der Muslime?

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Süleyman Asil Tunca: Imame in Europa – ihre Situation und Probleme

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73 Imame in Europa – ihre Situation und Probleme Süleyman Asil Tunca Einführung Dass Muslime nicht unbedingt als ein Teil Europas betrachtet und als „interne Andere“ (Quenzel, 2005) wahrgenommen werden, ändert nichts an der Tatsache, dass die Muslime immer ein Teil von Euro- pa waren und sind (Cardini, 1999). Das ist der Grund, weshalb Sozial- architekten damit anfingen, bestehende Integrationskonzepte zu er- neuern (Kippenberg, Rüpke, 2009). Als Ergebnis dieser Bemühungen sucht man nachhaltige Lösungen nunmehr weniger in Form von po- pulistischen Maßnahmen, sondern auf wissenschaftlicher Ebene an den Universitäten. Was können wir als eingewanderte Muslime, anstatt diese Entwick- lungen lediglich zu ignorieren, zu diesem Prozess beitragen? Diesbe- zügliche Bemühungen stellen neben ihrer sozialen und menschli- chen Notwendigkeit für Muslime auch eine religiöse Verantwortung dar. Als ehemaliger Imam in Österreich und Student einer europäi- schen Universität betrachte ich es als meine Verantwortung, die Ge- sellschaft über meine Erfahrungen zu informieren. Auch wenn die Mitgliederzahl der Gemeinden nicht der tatsächli- chen Zahl der Moscheebesucher entspricht, haben wir zur Kenntnis zu 74 nehmen, dass die Religion im Leben der Migranten einen wichtigen Platz einnimmt. Die Qualität der Integration der Muslime wird daher nicht durch staatliche Verordnung, sondern durch Angebote an und die Zusammenarbeit mit Migranten bestimmt. In diesem Prozess sind die religiösen Dienste für Muslime, eine theologische Ausbildung, die Imamausbildung, die Imame selbst usw. von großer Bedeutung, da sie maßgeblich zu einer gelungenen Integration...

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