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Nicht-triviale Zusammenführung von Evolutionslehre und christlichem Glauben im Lichte der Philosophie

Wolfgang Senz

Evolutionslehre und christlicher Glaube werden gegenwärtig vor allem als einander konträre Positionen wahrgenommen. Dieses Denken wird von zahlreichen philosophischen Positionen unterstützt. In dem Buch wird zu zeigen versucht, dass lediglich eine solche Evolutionslehre der christlichen Lehre äußerlich ist, die ein reduktionistisches Verständnis von Person bzw. Lebewesen allgemein zum Fundament hat. Worin dieser Reduktionismus besteht, wird in dem Buch ebenso gezeigt, wie darzulegen versucht wird, inwieweit von Seiten der gegenwärtigen Ausgestaltung des christlichen Glaubens die Kontaktnahme mit der Evolutionslehre erschwert wird, da zwischen einer reduktionistischen Ausprägung dieser Lehre und ihrer adäquaten Darlegung nicht hinreichend differenziert wird.

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1 Einleitung und Danksagung

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Am 7. Juli 2005 erscheint in der New York Times der Artikel Finding Design in Nature von Kardinal Christoph Schönborn. In diesem Artikel verweist Schönborn auf die Internationale Theologenkonferenz 2004 – Vorsitz Kardinal Ratzinger – und ihre Feststellung von der „ständigen Lehre der katholischen Lehre über die Wirklichkeit eines Planes in der Natur“. Zudem wird an die Aussage von Papst Benedikt XVI.. anlässlich seiner Antrittsrede erinnert: „Wir sind nicht zufällige und sinnlose Produkte der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedanken Gottes. Jeder ist gewollt, jeder ist geliebt, jeder ist gebraucht.“ Schönborn beendet seinen Artikel mit dem Satz: „Wissenschaftliche Theorien, die den Versuch machen, das Aufscheinen des Plans als ein Ergebnis von Zufall und Notwendigkeit wegzuer-klären, sind nicht wissenschaftlich, sondern – wie Johannes Paul II festgestellt hat – eine Abdankung der menschlichen Vernunft.“ Anlässlich eines Symposiums über Evolution an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im März 2009 erinnert Schönborn an den bekannten Topos der drei Kränkungen des Men-schen in der Neuzeit: I. Die Erde befindet sich nicht im Mittelpunkt der Welt (Kopernikus). II. Die Eingliederung des Menschen in das Tierreich (Darwin). III. Das Ich ist nicht „Herr im eigenen Haus“ (Freud). Schönborn schließt hieran an: „Müssten wir nicht auch von einer vierten Kränkung sprechen, einer im Grund noch viel radikaleren: der unerbittlichen Vergänglichkeit von allem?“ Schönborn fordert zudem ein, sich die Zusammenführung von Religion und Evolutionslehre – insbesondere angesichts der Aussage von Papst Johannes Paul II,...

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