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Jesus Didáskalos

Studien zu Jesus als Lehrer bei den Synoptikern und im Rahmen der antiken Kultur- und Sozialgeschichte

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Veronika Tropper

Die Studie untersucht die synoptischen Evangelien auf ihre Aussagen über Jesus als Lehrer und stellt diese Erkenntnisse in den Kontext der Bildungssituation der Antike. Um Rückschlüsse auf Bildung und Ausbildung des historischen Jesus ziehen zu können, geht es dabei vor allem um das jüdische Erziehungs- und Bildungswesen. Einzelexegesen zu Lk 2,41-52; Mk 1,21-28 par; Mk 6,1-6 parr sowie Mt 28,16-20 integrieren in den historisch-kritischen Methodenkanon literaturwissenschaftliche Analysen und Erkenntnisse aus Archäologie und Sozialgeschichte sowie solche, die zum jüdischen Bildungswesen gewonnen wurden. Eine die Studie abrundende Analyse zeigt am Beispiel apokrypher Evangelien und frühchristlicher Kunst, wie das Bild von Jesus als Lehrer in den ersten Jahrhunderten n. Chr. weiterwirkte.

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V. Das Lehrermotiv in frühchristlichen Apokryphenund in frühchristlicher Kunst

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V. Das Lehrermotiv in frühchristlichen Apokryphen und in frühchristlicher Kunst 1. Frühchristliche Apokryphen* Unter dem Begriff der neutestamentlichen bzw. frühchristlichen Apokryphen verbirgt sich eine Vielfalt von unterschiedlichen Werken, die keinen Eingang in den kirchlichen Kanon gefunden haben.840 Diese Gruppe umfasst neben diver- sen Evangelien auch Apostelakten, Briefe und apokalyptische Werke. Für die Rezeptionsgeschichte Jesu als Lehrer beschränke ich mich hier auf die Bespre- chung einiger Beispiele aus apokryphen Evangelien, d. h. aus Werken, in denen Jesus die Hauptrolle spielt. 1.1 Kindheitsevangelien841 Das Interesse der frühchristlichen Autoren richtete sich sehr bald auf die Geburt Jesu und seine Kindheit wie auch auf seine Eltern und deren Schicksal. Von In- teresse waren Ereignisse und Gestalten, die in der ältesten Überlieferung gar keine oder nur eine geringe Rolle spielten. Das dahinterstehende Anliegen ist alt: Schon die Evangelisten Matthäus und Lukas versuchen ihm in ihren – wenn auch unterschiedlichen – Vorgeschichten Rechnung zu tragen. Die mt und lk Vor- bzw. Kindheitsgeschichten (Mt 1 – 2 und Lk 1 – 2) bilden dann auch den Grundstock der apokryphen Kindheitserzählungen.842 Die Stoffe in den apokry- phen Kindheitsevangelien entstammen, wie auch bei den kanonischen Evangeli- en, zumeist sowohl mündlich wie schriftlich überlieferten Jesuserzählungen, die nachträglich zusammengesetzt wurden. Die formgeschichtliche Analyse zeigt, dass sich in den apokryphen Kindheitserzählungen auch jesuanischeWunderge- schichten und apophthegmatische Teile843 finden. Die apokryphen Kindheitserzählungen erweisen „schon den Jesusknaben als den künftigen mächtigen Wundertäter und großen Lehrer, ja als göttliches We-...

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