Show Less

HR zwischen Anpassung und Emanzipation

Beiträge zur Entwicklung einer eigenständigen Berufspersönlichkeit

Series:

Edited By Bernd-Joachim Ertelt, Andreas Frey and Christian Kugelmeier

Der Titel dieses Sammelbandes deutet auf ein Spannungsverhältnis im Human Resource Management hin, bedingt durch mögliche Ziel- und Handlungsdiskrepanzen zwischen Arbeitsorganisation und Organisationsteilnehmer. Es geht um das jeweilig neu zu bestimmende Ausmaß an Anpassung und Emanzipation, was wiederum direkt mit der immer wichtiger werdenden Selbststeuerungskompetenz bezüglich der eigenen Berufsfähigkeit vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Arbeitswelt zusammenhängt. Grundvoraussetzung für ein zukunftsbezogenes Human Resource Management ist die systematische Förderung eigenständiger Berufspersönlichkeiten durch die Organisation, auch wenn hierbei nicht immer ein direkter Verwertungszusammenhang mit den Betriebszielen erkennbar wird. Doch für eine solche an der ganzheitlichen Berufspersönlichkeit orientierte Personalarbeit wäre eine stärkere Einbeziehung von Ansätzen aus der Berufsberatung wichtig. Die in diesem Band versammelten Beiträge aus Wissenschaft und Praxis charakterisieren – sicherlich vorerst eklektisch – dieses Feld aus verschiedenen Perspektiven.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Das Individuum im Spannungsfeld von Persönlichkeitsentwicklung und Arbeit

Extract

Theorien der beruflichen Entwicklung und Beratung in ihrer Bedeutung für HRM Bernd-Joachim Ertelt, Andreas Frey 1. Einleitung Mit Blick auf den demografischen Wandel und das generell geringere Arbeits- kräfteangebot sowie einen wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Menschen sieht der Wirtschaftspsychologe A. Nußbaum (2011) die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Unternehmenskultur. Denn am Arbeitsmarkt wird nach seiner Auffassung ein Rollentausch stattfinden. „Nicht mehr die Unternehmen entscheiden, wer eingestellt wird, sondern die Be- werber selbst entscheiden, bei welchem Unternehmen sie sich engagieren wollen.“ Daher müssen sie zur Sicherung nachhaltigen Erfolgs in Zukunft „… schon heute den Menschen in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns stellen, und entsprechend ihr Verhältnis zu den Mitarbeitern grundsätzlich neu de- finieren.“ In welche Richtung dies konkret gehen könnte, deuten Ergebnisse einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (2010) zu Erfolgsindikatoren in der Per- sonalpolitik an. Danach unterscheiden sich erfolgreiche Unternehmen von we- niger erfolgreichen vor allem dadurch, dass erstere auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter vertrauen, jährliche Mitarbeitergespräche führen, eine famili- enfreundliche und chancengerechte Personalpolitik praktizieren, die Arbeitszu- friedenheit durch Führungskräfte fördern, leistungsorientierte Vergütungsfor- men nutzen, Mitarbeiter hierarchieübergreifend an Strategiesitzungen teil- nehmen lassen, regelmäßig Mitarbeiterzufriedenheit bzw. -kritik erheben und Teilnahme an innerbetrieblichen Arbeitskreisen fördern. Sicher sind die Gedanken, das Individuum stärker in den Mittelpunkt der Personalwirtschaft zu stellen, nicht neu, wie die Entwicklungen des Menschen- bildes in den Modellen des Personalmanagements zeigen (siehe auch die Bei- träge in diesem Band)...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.