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Das Konzept der idealen Metropole in Theorie und Praxis am Beispiel von Berlin

Majken Bieniok

Im Zuge der Globalisierung ändern sich die vielfältigen urbanen Lebensbedingungen kontinuierlich, wodurch der Bedarf an sinnvollen Entwicklungskonzepten für Städte und besonders Metropolen verstärkt wird. Stadtentwicklungskonzepte sind jedoch häufig von wirtschaftlichen Interessen und theoretischen Modellen geprägt. Sie laufen daher Gefahr, an den realen Bedürfnissen der Bewohner vorbei zu gehen. Ziel dieser Untersuchung ist es, einen Beitrag für eine bedürfnisorientierte Stadtentwicklung und somit auch zur Vorbeugung negativer individueller und sozialer Entwicklungstendenzen zu leisten. Hauptziel der Arbeit ist die Identifikation der erwünschten und unerwünschten Entwicklungstendenzen einer Metropole, indem Metropolenmerkmale, lebensraumbezogene Bedürfnisse, deren Zusammenhang sowie die Relevanz von Metropolenmerkmalen für Berliner Stadtplaner bestimmt werden.

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1. Einführung in die Thematik und generelle Zielstellungen

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Weltweit nimmt die Verstädterung zu. Laut des Weltbevölkerungsberichts der UN 2007 wurde für das Jahr 2008 erwartet, dass es auf der Erde mehr Städter als Landbewohner gebe. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Stadtbewohner auf 4,9 Milliarden gewachsen sein - drei von fünf Menschen auf der Welt sind dann Städter. Die Verstädterung wird als unvermeidlich angesehen. Historisch be- trachtet verlief jedes wirtschaftliche Wachstum, so der Bericht, über den Prozess der Urbanisierung. Man könne die zunehmende Urbanisierung daher trotz ihrer widrigen Begleiterscheinungen, dem Anwachsen von Slums - eine Milliarde Stadtbewohner leben schon in Slums -, Armut und soziales Auseinanderbrechen, als Chance erachten (State of World Population 2007). Die Mega-Cities mit mehr als 10 Millionen Einwohnern sind ein aktuell prominentes Phänomen be- sonders der ärmeren Länder (Bronger, 2004; Schwentker, 2006; Stratmann, 2007). Die Großstädte, die sich üblicherweise allein über die vorhandene Gesamt- einwohnerzahl von mindestens 100.000 Menschen definieren, und insbesondere Metropolen, die sich durch das zentrale Merkmal der internationalen Führungs- und Steuerungsfunktion sowie weiterer spezifischer Merkmale von diesen ab- grenzen (Bronger, 2004), gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung. In den europäischen Städten lässt sich zudem aufgrund von abnehmenden Bevölke- rungszahlen auch eine gegenläufige Entwicklung, die der Shrinking City1 Berlin gehört laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR, 2010) zu den 12 bedeutendsten Metropolräumen in Eu- ropa. Ein Schrumpfungsprozess im Sinne einer Shrinking City ist...

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