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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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19. Das Opfer Jesu zur Entsühnung

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Die schon zitierten Sprüche des Propheten Jesaja sollen an dieser Stelle wieder- holt werden, weil sie für die christliche Lehre der Entsühnung durch die Kreuzi- gung Jesu bedeutungsvoll sind: „Doch der Herr fand Gefallen an seinem zer- schlagenen (Gottesknecht), er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.“ (Jes 53,10.). Sowie: „Doch er wurde wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden durchbohrt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53,5.). Zu bemerken ist, dass das hebräische Wort „ll'Þx'“ Heiligen Geist“ sowohl „durchbohrt“ als auch „verwundet“ bedeuten kann, Die Bibelübersetzung von Luther und die englische King James Übersetzung wählen beide für „ll'Þx'“ “ „verwundet“ beziehungsweise „wounded“ und nicht durchbohrt. Unterstützt wird diese Übersetzung auch durch die griechische Septuaginta, wo „ἐτραυματίσθη“ für „ll'Þx'“ “ steht. Dieser Prophetenspruch ist somit kein Hin- weis auf Jesu Tod, obwohl gemäß der christlichen Lehre der „Gottesknecht“ auf Jesus hinweist, da Matthäus in seinem Evangelium dies ausdrücklich anführt: „Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: ‚Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine...

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