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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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29. Die judenchristliche Gemeinde

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In den Brief des Ignatius an die Magnesier (ca. Mitte des 2. Jh. n.Chr.) wird auf solche Judenchristen, die die jüdischen Gesetze befolgten, besonders eingegan- gen45: „Es ist nicht am Platze, Jesus Christus im Munde zu führen und nach dem Ju- dentum zu leben.“ (10, 3.). Ignatius fügt die Warnung hinzu: „Lasset euch nicht verführen durch die falschen Lehren und die alten Sagen, die nichts nützen; denn wenn wir bis jetzt nach dem Judentum leben, gestehen wir zu, dass wir die Gnade nicht empfangen haben.“ (10, 8 -10.). Gleichfalls scheint Ignatius ähnliche Nachrichten von Philadelphia über die dort herrschenden Zustände erhalten zu haben, Deshalb schreibt er an diese christliche Gemeinde: „Wenn aber bei euch einer judaistische Lehren verkündigt, so höret nicht auf ihn! Denn es ist besser, von einem Beschnittenen das Christen- tum zu hören, als von einem Unbeschnittenen Judaistisches zu lernen.“ (6,1.). Im Brief an Diogenet (2.Jh. n.Chr.) sind folgende Abschnitte zu diesem The- ma relevant: In den Kapiteln 3 und 4 werden die Juden beschuldigt einen unver- ständlichen und unnatürlichen Glauben zu haben, wobei wahrscheinlich diese Kapiteln an Judenchristen gerichtet sind. In diesen Kapiteln wird folgendes aus- geführt: 1. Sie huldigen noch einem Aberglauben, wobei die Ermahnung hinzugefügt wird, dass 2. auch ihr Opferdienst sinnlos sei und 3. nicht minder sind ihre übrigen religiösen Übungen verwerflich. Kaiser Konstantin I. deklarierte am 7. März 321 n.Chr. den Sonntag als offiziel- len Tag der...

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