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Gewalt am Frauenkörper in der «scrittura femminile nera»

Zum Werk von Laura Pugno, Alda Teodorani und Isabella Santacroce

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Stefanie Rubenis

Die Studie liefert einen innovativen Beitrag zur Ästhetik der postmodernen italienischen Noir-Literatur von Frauen. Die Autorinnen thematisieren physische und psychische Gewalt gegen Frauen und entwickeln jenseits traditioneller Gattungsmuster und Schreibverfahren eine neue «Sprache der Gewalt». Exemplarisch wird das Werk der Schriftstellerinnen Laura Pugno, Alda Teodorani und Isabella Santacroce untersucht. Die methodische Originalität der Arbeit besteht in der Verknüpfung philologischer Forschungen (Ästhetik des Bösen, Intermedialität, Performativität) mit Gewalttheorien aus Soziologie und Politologie sowie Körper-Leib-Theorien. Die Feinanalysen belegen die sprachlich-ästhetische Faszinationskraft wie auch die gesellschaftskritische und ethische Dimension der weiblichen Gegenwartsliteratur zum Bösen.

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5 Schlussbetrachtung und Ausblick

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Die Werkanalyse der drei Gegenwartsautorinnen Laura Pugno, Alda Teodorani und Isabella Santacroce hat belegt, dass die Schriftstellerinnen von ähnlichen Motivationen geleitet werden, wenn sie in ihren Texten diverse Arten von Ge- walt beschreiben und sie in ihrer jeweils spezifischen Weise inszenieren. Sie thematisieren Grenzüberschreitungen auf allen Ebenen: des Individuums, der Genres ebenso wie der Werkgrenzen selbst. Indem der weibliche Körper im Zentrum des Geschehens steht, bietet er den Schauplatz, um sich aus einer weib- lichen Perspektive mit Themen wie Sexualität, Gewalt und Tod auseinander zu setzen. Diese Darstellungen der Gewalt am Frauenkörper bergen jedoch mehr als nur eine ästhetische Motivation in sich. Die Gegenwartsautorinnen wollen sich mitteilen, sie intendieren eine Kommunikation mit dem Leser und wenden sich in ihren Erzählungen nicht selten in direkten oder indirekten Leseranspra- chen an den Rezipienten. Die Aufarbeitung zahlreicher poetologischer Aussagen der Autorinnen hat dementsprechend gezeigt, dass sie den Leser zu erreichen trachten, ihn zu Emotionen bewegen möchten und ihn ihre ‚Message‘ empfan- gen und verstehen lassen wollen. Selbst wenn sich die Autorinnen stilistisch voneinander unterscheiden und auch innerhalb ihres eigenen literarischen Schaffens nicht immer homogen sind, so lässt sich trotz der disparaten Umsetzung und ihres Stil- und Gattungs- pluralismus‘ die Gemeinsamkeit herausarbeiten, dass sie die Gewaltdarstel- lungen nutzen, um ihre gesellschaftskritischen Anliegen zu formulieren und zu transportieren, auch wenn dies nicht explizit geschehen muss. Dazu setzen sie den von ihnen beschriebenen und im Sinne der Topologie der Verletzungen auch tatsächlich ‚be-schreibbaren‘ Körper zum einen als...

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