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Kriminalgeographie

Theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse

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Thilo Eisenhardt

Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse aus dem Arbeitsfeld Kriminalgeographie (Wohn- und Tatorte), einem Bereich der Sozialgeographie. Die Konzepte kommen aus der Sozialgeographie, der Umwelt- bzw. Ökopsychologie und der Sozialökologie, einem Forschungsbereich der Stadtsoziologie. Kriminologisch relevante Theorien mit räumlichem Bezug bilden eine theoretische Brücke zu diesen Konzepten. Die empirischen Ergebnisse hierfür wurden Studien über Städte entnommen. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt im theoretischen Bereich, doch auch die empirischen Daten führen zu präventiv nutzbaren Konzepten durch Umweltgestaltung, d. h. Architektur und Stadtgestaltung, und sozialstrukturelle Maßnahmen, wie die Belegungspraxis von Wohnbaugesellschaften. Ziel ist die Erhöhung der sozialen Kontrolle in Problemvierteln und die Sicherung von Tatorten.

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4. Präventive Ansätze im Wohn- und Tatortbereich

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Nach Ernst werden unter Prävention „Aktivitäten bezeichnet, die das Auftreten von psychischen, psychosozialen und psychosomatischen Störungen und Beein- trächtigungen zu verhindern versuchen.“ (1) In der Literatur wird zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention dif- ferenziert. Hier geht es darum, die räumlichen Anteile zu bestimmen, die bisher wenig beachtet wurden. Die „Primäre Prävention“ befasst sich mit der Optimierung von Sozialisations- bedingungen unter Einbeziehung des Umfeldes. Zu diesem gehören die sozialen Netzwerke und Institutionen wie Kindertagesstätten und Schulen sowie andere Infrastrukturen in einer Gemeinde. Die räumlichen Aspekte umfassen z.B. die Reichweite der Netzwerke und deren Verknüpfung mit Sozialarbeit in Institutio- nen der Natural Areas. Unter „sekundärer Prävention“ wird die Reduzierung der Tatgelegenheitsstruk- turen verstanden und die Verhinderung schädlicher Verhaltensweisen für Men- schen und Sachen bei schon erkennbarer Gefährdung von potentiellen Tätern. Das bedeutet z.B. die Beachtung und Reduzierung der Aktionsräume von gefährdeten Jugendlichen im Rahmen von Betreuungsmaßnahmen. Die „tertiäre Prävention“ bezieht sich auf die Verhinderung weiteren straffäl- ligen Verhaltens und zielt sowohl auf die Wohnort- als auch auf die Tatortpers- pektive. Bisher wurden zwar viele Bewährungsstrafen und soziale Maßnahmen verhängt, doch hat man versäumt die Aktionsradien von Straftätern, z.B. im Rahmen der Bewährung, zu begrenzen. (2) Lösel fasst unter Delinquenzprävention alle Maßnahmen zusammen, „die darauf abzielen und geeignet sind, delinquente Handlungen zu verhindern“. Er unter- teilt...

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