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Politik neu denken

Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik jenseits von Newton und Descartes- Eine nichtduale Perspektive

Peter Döge

Noch am Beginn des 21. Jahrhunderts orientieren sich Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik überwiegend an Gesellschafts- und Politikmodellen, die in den Denktraditionen von Newton und Descartes verhaftet sind. Dies hat unter anderem zur Folge, dass politisches Handeln linear konzipiert, politische Prozesse ohne lebendige Menschen gedacht, der politische Raum außerhalb natürlicher Kreisläufe verortet wird. Das dualistisch-mechanistische Weltbild löst sich jedoch seit Jahren zugunsten einer ganzheitlicheren Weltsicht auf. Vor diesem Hintergrund werden in der Studie Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik im Lichte der Befunde von Quantenphysik, Neuro- und Evolutionsbiologie in einem nichtdualen Ansatz neu justiert.

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3 Politik neu denken – Jenseits von Newton und Descartes

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Das Ziel von Politikwissenschaft besteht darin zu erklären, was Politik ist und warum Politik so ist, wie sie ist. Eine Beantwortung dieser Fragen auf Basis des mechanistisch-linearen Paradigmas in der Tradition Isaac NEWTONS in Verbindung mit einer dualistischen Perspektive in der Tradition von René DESCARTES kann – so die Ausgangthese der vorliegenden Studie – nur zu unbe- friedigenden Ergebnissen führen. Hinzu kommt, dass das linear-dualistische Paradigma in der Auflösung begriffen ist, von daher auch Politikwissenschaft aufgefordert wird, sich entsprechend weiterzuentwickeln. Als die treibenden Katalysatoren dieses Auflösungsprozesses konnten die Quantenphysik in Ver- bindung mit der Komplexitätstheorie, die Evolutions- sowie die Neurobiologie identifiziert werden. Zwar sind einzelne Begriffe und Konzepte aus diesen Dis- ziplinen sporadisch in sozial- und politikwissenschaftliche Theoriebildung integriert, ein umfassender nichtdualer Ansatz von Politik ist bisher nicht ent- wickelt worden. Ein solcher soll nun in diesem zusammenfassenden Kapitel formuliert werden. 3.1 Politiktheorie: Was ist Politik? 1. Antwort aus einer Quantenperspektive Politik ist ein inhärenter Teil von sozialen Räumen, beide sind gewissermaßen verschränkt. Damit ist auch Politik ein nicht-lineares System. Politik hat kein (Steuerungs-)Zentrum, Steuerungssubjekt und -objekt sind immer wechselseitig aufeinander bezogen. Aus einer Quantenperspektive ist von daher im Prinzip jede individuelle Handlung eine politische Handlung, da sie unmittelbar oder mittelbar auf die Materialität sozialer Räume einwirkt. 2. Antwort aus einer neurobiologischen Perspektive Politik ist ein Aktionsraum von Menschen. Politik wird von menschlichen Indi- viduen mit jeweils individuellen Gehirnen gemacht, von denen ein jedes über einen ganz eigenen Zugang zur...

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