Show Less

Großstadt werden! Metropole sein!

Bratislava, Wien, Berlin- Urbanitätsfantasien der Zwischenkriegszeit 1918-1938

Edited By Dagmar Kostalova and Erhard Schütz

Das Urbane hat bis heute die Verführungskraft großer Versprechen. Metropole zu sein, zumindest aber als Großstadt zu gelten, gehört zu den Traum- und Alptraumfantasien, die die Moderne begleiten. Städte erfinden sich selbst, wenn Entwurf und Selbstverständnis der Städter sich in kollektiven Imagines verdichten und Urbanität zum Lebensgefühl wird. Selbstbilder aber haben Vorbilder, die Orientierung geben. Während das Berlin der 1920er-Jahre sich bereits an New York misst, beginnt Bratislava, das alte multiethnische Pressburg und zugleich der Inbegriff städtischer Provinz, seine Chancen zu träumen, aber auch zu ergreifen, die in der Ausrufung des neuen tschechoslowakischen Staates liegen. In den Beiträgen dieses Bandes werden kulturphilosophische, stadtgeschichtliche und narrative Aspekte visionierter Urbanität im Kontext der Moderne in mikrologischen Studien lesbar gemacht. Die Beiträge basieren auf einem reichhaltigen, überwiegend erstmals erforschten Quellenmaterial und liefern überraschende Einsichten in die noch immer weithin vergessene deutschsprachige Kulturgeschichte der heutigen Slowakei in der Zwischenkriegszeit.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I. Zur Einführung

Extract

Vorwort der Herausgeber Der vorliegende Band ist das Ergebnis dreijähriger Forschungsarbeiten im Rah- men der vom DAAD unterstützten und finanzierten Partnerschaft zwischen den Instituten für Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Philosophischen Fakultät der Comenius-Universität in Bratislava. Das nunmehr abgeschlossene Projekt dieser Kooperation trug den Titel Strittige Moderne. Mo- dernisierungs- und Antimodernisierungsdiskurse der Zwischenkriegszeit. Unter dem – fokussierteren – Titel dieses Bandes werden hier Diskussionsbeiträge1 des Projekts vorgestellt, die aus drei (jährlich stattfindenden) wissenschaftlichen Herbst-Colloquien in der Slowakei stammen: Beiträge zu Fragen der verglei- chenden Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit, insbesondere der Nationali- sierungs- und Entnationalisierungstendenzen in der Zeit von 1918 bis 1938. In zweifacher Optik lässt sich der anvisierte Ertrag dieser Forschungsko- operation als Resultat eines Kulturvergleichs betrachten. Zum einen wurde die zur Debatte stehende historische Epoche – in zwei unterschiedlichen National- und Kulturkontexten – vergleichend erforscht (mit einem Exkurs in den öster- reichischen Kulturraum). Zum anderen handelt es sich im Fall der offiziell als „slowakisch“ bezeichneten Kulturgeschichte nach 1918 immer noch um ein überwiegend multikulturelles Phänomen, begründet in der jahrhundertelangen pluriethnischen Besiedlung der heutigen Slowakei bzw. des einstigen Oberun- garns. Ein vergleichender multi- bzw. interkulturell aufgefächerter Blick auf die 20er- und 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts war daher aus slowakischer Sicht ebenso unerlässlich wie wünschenswert. Der Band präsentiert Variationen zum Thema „Selbsterfindung“ der (Groß-) Stadt: In beiden Kulturen der Zwischenkriegszeit erlangten Phänomene der Urbanisierung, der Imaginationen von ‚Großstadt‘ und ‚Metropole‘ eine identi- t...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.