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Das Österreich der dreißiger Jahre und seine Stellung in Europa

Materialien der Internationalen Tagung in Neapel, Salerno und Taurasi (5.-8. Juni 2007)

Edited By Erich Fröschl, Francesco Saverio Festa, Tommaso La Rocca, Luigi Parente and Giusi Zanasi

Österreichs Entwicklung in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts ist keineswegs «tote Geschichte». Im Gegenteil, die Finanz- und Wirtschaftskrise unserer Tage, wachsende Medienkonzentration, Erosionserscheinungen der Demokratie und das Erstarken xenophober Rechtsparteien in vielen Ländern Europas lassen die Entwicklungen von damals heute wieder sehr aktuell erscheinen. Das zeigen die in diesem Sammelband enthaltenen 35 Beiträge italienischer, österreichischer und französischer WissenschafterInnen. Sie beschreiben interdisziplinär wesentliche Entwicklungen in Österreichs Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Ideenwelt und Kultur, die den Zeitgeist der dreißiger Jahre prägten. Wie bei einem Mosaik entsteht ein komplexes und farbiges Bild Österreichs in den dreißiger Jahren und seines Stellenwerts in Europa.

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PEPPER & SALT FÜR ÖSTERREICHS REAKTIONÄRE NACHKRIEGSGESELLSCHAFT EIN NACHHALL DES AUSTROMARXISMUS IN DIE ZWEITE REPUBLIK. ANMERKUNGEN ZU HUGO PEPPERS VOLKSBILDUNGSARBEIT Erich Fröschl Meine Überlegungen und Anmerkungen zu Hugo Pepper, der aus gesundheitlichen Gründen leider nicht selbst zu dieser Konferenz kommen konnte, möchte ich auf zwei Aspekte konzentrieren: auf die Biografie sowie einige seiner Einschätzun- gen zu den politischen und gesellschaftlichen Entwick- lungen der 20er- und 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts in Österreich, in denen er geprägt wurde auf einige Schwerpunkt seiner austromarxistisch inspirierten Volksbildungsarbeit von 1945 – 1980 Hugo Pepper wurde 1920 in Wien geboren. Er besuchte die Volks- und Mittel- schule in der Zeit des „Roten Wien“. In einem Interview aus 2005 nimmt er darauf Bezug: „Als ich 1926 in die Schule kam, hatte gerade die Schulreform nach dem Sozialdemokraten Otto Glöckel gegriffen. Ich war also auf Grund meiner Sozialisation auch ein Produkt des ‚Roten Wien‘“1. 1. DER SCHOCK VON 1927 Auch die politischen Konflikte jener Zeit spielten als biographischer Hintergrund für ihn eine Rolle. So z.B. die 1927 stattfindenden Massendemonstrationen vor dem Wiener Justizpalast im Gefolge eines als Klassenjustiz zu bewertenden und von der Arbeiterschaft auch so empfundenen Gerichtsurteils, bei dem die aus der politischen Rechten stammenden Mörder einiger Angehöriger des sozialdemokrati- schen Schutzbundes freigesprochen wurden. Der Justizpalast wurde von zornigen 1 www.sjoe.at/content/wien/infos/rextrem/article/1000.html, 22.05.2007 554 Erich Fröschl Demonstranten in Brand gesteckt, die Polizei schoss auf Befehl des Polizeipräsi- denten Schober in die Menge. Es gab zahlreiche Tote...

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