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Politische Triebkräfte der Innovation

Eine Analyse der Rolle von Politik in Innovationssystemen der Geothermie

Benjamin Miethling

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Politik bei der Entwicklung erneuerbarer Energien. Die Vermutung eines weitreichenden Einflusses politischer Intervention wird am Beispiel der geothermischen Stromerzeugung nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ bestätigt. Der Autor analysiert Bedingungen und Herausforderungen für die Entwicklung dieser Energiequelle und zeigt zugleich Möglichkeiten und Wege auf. Mit seinem prozessorientierten Ansatz beschreitet er innovative Wege der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik des Zusammenspiels von Politik und Technik.

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III. Fallstudien zur Geothermie

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III.1. Die Entwicklung der Geothermie in Island Der Beginn einer technischen Nutzung von Geothermie in Island, also abseits des Badens oder der Kleidungswäsche in den vorhandenen warmen Quellen, lässt sich auf das Jahr 1909 datieren,225 kurz nach der Konstruktion des ersten Wasserkraftwerkes (9kW) und dem damit einhergehenden Beginn der Elektrifi- zierung im Jahr 1904. Ein Landwirt leitete Wasser aus einer heißen Quelle zu seinem einen halben Kilometer entfernt stehenden Haus. Weitere Landwirte folgten seinem Beispiel in den folgenden Jahren und erfreuten sich einer unab- hängigen und zuverlässigen Wärmeversorgung. Der erste wesentliche Schritt zur Integration der Geothermie in die nationale Energieversorgung vollzog sich im Rahmen der Fernwärmenutzung in Reykja- vik. Die städtische Elektrizitätsgesellschaft hatte von der erfolgreichen Strom- produktion in Larderello (Italien) erfahren und ein Bohrgerät von einer zah- lungsunfähigen Firma erstanden, die damit nach Gold suchen wollte. Das ‚Gold Drilling Rig‘ bohrte in den Jahren 1928 bis 1930 insgesamt 14 Brunnen mit ei- ner Tiefe von bis zu 246 Metern.226 Anstelle heißen Dampfes lieferten die Brun- nen jedoch heißes Wasser. Über eine im Jahr 1930 fertiggestellte Leitung be- heizte die Stadt in der Folge eine Schule, ein Schwimmbad, das Krankenhaus sowie etwa 60 Wohnhäuser.227 Im Jahr 1948 wurde eine 18 Kilometer lange Pipeline zum Transport heißen Wassers aus einem geothermischen Feld nahe der Hauptstadt genutzt und das Verteilernetz Reykjaviks erweitert. Die Stadt gründete eine Gesellschaft zur Verwaltung und Erweiterung des Netzes – Hitaveita Reykjavikur....

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