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Die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit

Effiziente Kriminalitätsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung der potenziellen Opfer

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Jürg Weißgerber

Die Gewährleistung der Inneren Sicherheit gilt als zentrale Legitimationsgrundlage für staatliches Handeln. Trotz hoher öffentlicher und privater Ausgaben ist eine systematische Behandlung durch die Ökonomie bisher nicht erfolgt. Diese Arbeit leistet einen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. Ausgehend von einer ökonomischen Fundierung des Begriffs der Inneren Sicherheit wird die Rolle des Staates bei der Gewährleistung der Inneren Sicherheit betrachtet. Auf der Grundlage des Entscheidungsmodells potenzieller Straftäter werden Erkenntnisse für eine effiziente Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Als Kern der Arbeit wird die Nachfrage der potenziellen Opfer nach Sicherheitsleistungen modelliert. Die einzelnen Ansätze werden in einem Gesamtmodell der Inneren Sicherheit zusammengeführt.

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6 Gesamtmodell der Inneren Sicherheit

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In den bisherigen Kapiteln sind die Akteure im Produktionsprozess der Inneren Sicherheit –Staat, Kriminelle und potenziellen Opfer – getrennt voneinander un- tersucht worden. Dabei sind die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Ak- teuren deutlich geworden. Ein vollständiger Ansatz, in dem sich die Aktivitäten aller drei Akteure gemeinsam abbilden lassen, wurde bisher jedoch nicht behan- delt. Im folgenden Kapitel werden Modelle vorgestellt, die einen „Markt für Kriminalität“ untersuchen (Abschnitt 6.1). Im Anschluss daran wird dargestellt, welche Konsequenzen für politische Entscheidungsträger aus den bisher gewon- nenen Erkenntnissen resultieren (Abschnitt 6.2). 6.1 Markt für Kriminalität Auf dem „Markt für Kriminalität“ treffen – im Sinne eines gedanklichen Kon- strukts – die potenziellen Opfer, die Kriminellen und der Staat zusammen. In Anlehnung an bekannte Marktmodelle „normaler“ Güter werden Nachfrage- und Angebotsfunktionen definiert. In Abschnitt 6.1.1 wird der Zusammenhang zu- nächst anhand einfacher Marktmodelle veranschaulicht, bevor in Abschnitt 6.1.2 ein zweistufiges spieltheoretisches Marktmodell präsentiert wird. 6.1.1 Einfache Marktmodelle Die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Akteuren im Bereich der Inne- ren Sicherheit lassen sich in Form eines „Markts für Kriminalität“ modellie- ren.274 Darunter wird kein Markt verstanden, auf dem illegale Transaktionen ge- tauscht werden, sondern ein Walrasianischer Markt, auf dem das aggregierte Verhalten der Anbieter und Nachfrager von Kriminalität durch die Anpassung der relevanten Preise für kriminelle Handlungen koordiniert wird. Derartige Marktmodelle finden sich bereits bei Becker (1968), welcher jedoch nur die Kriminellen und die Strafverfolgungsbehörden betrachtet und die potenziellen Opfer unberücksichtigt l...

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