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Verdeckte Sacheinlagen im GmbH- und Aktienrecht

Die Veränderungen durch MoMiG und ARUG

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Ulrike Petig

Die Rechtsfolgen verdeckter Sacheinlagen wurden durch das MoMiG erheblich verändert. Der durch die Rechtsprechung gewährte umfassende, absolute Schutz der realen Kapitalaufbringung wird durch die Regelung des § 19 Abs. 4 GmbHG eingeschränkt. Dieser sieht eine Anrechnung des Vermögenswertes auf die Einlageverpflichtung unter bestimmten Voraussetzungen vor. Auch die Fälle des Hin- und Herzahlens haben eine gesetzliche Regelung in § 19 Abs. 5 GmbHG gefunden. Diese Arbeit setzt sich, nachdem sowohl die geschichtliche Entwicklung als auch die verfassungs- wie europarechtlichen Grundlagen dargelegt sind, mit dem Rechtsinstitut der verdeckten Sacheinlage, seiner Behandlung durch die Rechtsprechung und die durch das MoMiG erfolgte Kodifikation auseinander. Sodann wird der Frage nachgegangen, ob sich die Regelung des § 19 Abs. 4 GmbHG stimmig in das System des Kapitalschutzes einfügt. Die hier herausgearbeiteten «Unstimmigkeiten» werden zum Anlass genommen, Gesellschaftergeschäfte als solche zu untersuchen. Es werden Gemeinsamkeiten, insbesondere gemeinsame Schutzrichtungen, herausgearbeitet und der Versuch unternommen, für diese eine einheitliche Regelung zu entwickeln, durch welche insbesondere die bestehenden Abgrenzungsprobleme sowie Wertungswidersprüche überwunden werden könnten.

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Einleitung

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1 Das Modernisierungsgesetz zum GmbHG und zur Bekämpfung von Missbräuchen: BT-Drs. 16/6140 v. 25.7.2007; BGBl. I, S. 2026. 2 Das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie, BR-Drs. 512/09 vom 29.05.2009; BT-Drs. 16/13098; BGBl. I, S. 2479. 3 BGH, Urt. v. 9.7.2007 - II ZR 62/06 = BGHZ 173, 145 = ZIP 2007, 1751 ff. (Lurgi), BGH, Urt. v. 18.2.2008 - II ZR 132/06 = BGHZ 175, 265 = NZG 2008, 425 (Rheinmöve), BGH, Urt. v. 11.5.2009 - II ZR 137/08 = DB 2009,1285 (Lurgi II), BGH, Urt. v. 16.2.2009 - II ZR 120/07 = BGHZ 180, 38 = ZIP 2009, 713 (Qivive), BGH, Urt. v. 20.7.2009 - II ZR 273/07 = WM 2009,1574 (Cash-Pool II). 4 BGH, Urt. v. 16.2.2009 - II ZR 120/07 = BGHZ 180, 38 = ZIP 2009, 713 (Qivive), BGH, Urt. v. 20.7.2009 - II ZR 273/07 = BGHZ 182, 103 (Cash-Pool II); BGH, Urt. v. 01.02.2010 - II ZR 173/08 (EUROBIKE) = BGHZ 184, 158 ff.; BGH, Urt. v. 22.03.2010 - II ZR 12/08 (ADCOCOM) = BGHZ 185, 44 ff. 5 Vgl. Brox/Walker, BGB AT, Rn. 25. 2 Einleitung deckte Sacheinlagen sind als Gesellschaftergeschäfte in diesem Sinne zu quali­ fizieren. Sie bedürfen daher einer Regulierung. Bei einer Regulierung durch Gesetzgebung oder Rechtsprechung besteht die Gefahr einer Überregulierung. Die Rechtsprechung sah sich im Bereich der Rechtsfolgen verdeckter Sachein­ lagen lange Zeit von Teilen der Lehre dem Vorwurf einer solchen Überregulie­ rung ausgesetzt. Die Rechtsprechung wurde mit folgender Sachlage konfron­ tiert: Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft kann ebenso wie das Stammka­ pital einer GmbH...

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