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Demographie von Migranten in Deutschland

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Martin Kohls

Die Arbeit wurde mit dem Hauptpreis in der Kategorie Doktorarbeit im Rahmen des Allianz Nachwuchspreises für Demographie ausgezeichnet.
Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund wird bis zum Jahr 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen, wie erstmals vorgelegte Schätzungen zeigen. Im Buch werden Erkenntnislücken zum demographischen Verhalten von Migranten in Deutschland geschlossen und dahinterstehende Zusammenhänge erhellt. Dabei erfolgt eine gemeinsame Analyse der Sterblichkeit und des generativen Verhaltens anhand verschiedener Datengrundlagen. Die Erkenntnisse der Arbeit liefern eine wichtige Planungsgrundlage für effektive Gesundheits- und Integrationspolitiken. Dies ist vor allem wichtig, weil die Integration der nach Deutschland zugewanderten Migrantinnen und Migranten eine der bedeutenden aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt.

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2 Migrantinnen und Migranten in Deutschland

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In diesem einführenden Kapitel wird zunächst eine Bestimmung des Begriffs „Migration“ und eine notwendige Abgrenzung der Untersuchungspopulation vorgenommen (Kap. 2.1.). Daran schließt sich ein kurzer Abriss zur Geschichte der Migration in Deutschland seit den 1950er Jahren (Kap. 2.2.) und ein statisti- scher Überblick zur aktuellen demographischen Entwicklung der Migrantinnen und Migranten in Deutschland an (Kap. 2.3.). Abschließend wird auf Besonder- heiten bei der statistischen Erfassbarkeit von Migrantinnen und Migranten in Deutschland eingegangen (Kap. 2.4.). 2.1 Begriffsbestimmung und Vergleichsdimensionen 2.1.1 Migration – Eine Begriffsbestimmung Der Begriff „Migration“ stammt aus der lateinischen Sprache („migratio“) und bedeutet „Wanderung“. In den Sozial- und Bevölkerungswissenschaften spricht man von Migrantinnen bzw. Migranten1, wenn der Wohnsitz bzw. der Lebens- mittelpunkt verlagert wird (Flaskämper 1962, Feichtinger 1973, Esser 1980, Esenwein-Rothe 1982).2 Migrationsprozesse sind im Vergleich zu den anderen grundlegenden demographischen Ereignissen Fertilität und Mortalität schwieri- ger zu erfassen und international kaum zu vergleichen, weil es von Land zu Land teilweise große Unschärfen in der statistischen Definition der Migration gibt (Feichtinger 1973, Esenwein-Rothe 1982). In supranationaler Perspektive definieren die Vereinten Nationen die räum- liche Verlagerung des Lebensmittelpunktes als eine Verlegung des gemeldeten Wohnsitzes. Internationale Migration ist es dann, wenn eine Grenze zwischen Nationalstaaten passiert wird und der Aufenthalt für mindestens 3 Monate ge- 1 Wird von Migrantinnen und Migranten zusammen gesprochen, wird aus Gründen der Vereinheitlichung im Folgenden in der Regel der Begriff „Migranten“ verwendet. 2 Einen umfassenden Überblick zur Begriffsdiskussion geben u.a. Flaskämper (1962)...

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