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Demographie von Migranten in Deutschland

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Martin Kohls

Die Arbeit wurde mit dem Hauptpreis in der Kategorie Doktorarbeit im Rahmen des Allianz Nachwuchspreises für Demographie ausgezeichnet.
Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund wird bis zum Jahr 2030 auf mindestens 25 Prozent steigen, wie erstmals vorgelegte Schätzungen zeigen. Im Buch werden Erkenntnislücken zum demographischen Verhalten von Migranten in Deutschland geschlossen und dahinterstehende Zusammenhänge erhellt. Dabei erfolgt eine gemeinsame Analyse der Sterblichkeit und des generativen Verhaltens anhand verschiedener Datengrundlagen. Die Erkenntnisse der Arbeit liefern eine wichtige Planungsgrundlage für effektive Gesundheits- und Integrationspolitiken. Dies ist vor allem wichtig, weil die Integration der nach Deutschland zugewanderten Migrantinnen und Migranten eine der bedeutenden aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen darstellt.

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4 Migration und Mortalität – Die Sterblichkeit von Migranten

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Migranten erleben vor, während und nach der Migrationsentscheidung andere Bedingungen hinsichtlich Ernährung, Arbeit und Gesundheit und erfahren ab- weichende physische und psychische Belastungen als Nicht-Migranten. Daher sind Ungleichheiten hinsichtlich Gesundheits- und daraus hervorgehender Ster- berisiken typisch, die sowohl in klassischen Zuwanderungsländern als auch in vielen europäischen Staaten analysiert wurden (Krueger/Moriyama 1967, Cole- man 1982, Marmot et al. 1984, Trovato 1985, Young 1987, Courbage/Khlat 1996, Sundquist/Johansson 1997, Uitenbroek/Verhoff 2002, Anson 2002, Kou- ris-Blazos 2002). Hierbei offenbarte sich überwiegend, dass Migrantinnen und Migranten ungeachtet häufiger sozio-ökonomischer Risiken eine niedrigere Sterblichkeit als die nicht-migrierte Allgemeinbevölkerung aufweisen. Diese Erkenntnisse stehen im Gegensatz zu der bekannten Korrelation von sozioöko- nomischer Belastung und erhöhten Sterberisiken, weswegen diese vielfach als „Paradox“ bezeichnet werden. Diese statistische „Merkwürdigkeit“ wurde auch für Deutschland teilweise beobachtet, was in der Vorstellung von Studien zur Mortalität von Migrantinnen und Migranten in Deutschland deutlich wird (Kap. 4.1.). Die Mortalität (Sterb- lichkeit) einer Person ist eng verbunden mit deren Morbidität (Gesundheits- bzw. Krankheitsstatus). Je öfter und gravierender ein Individuum von Erkran- kungen betroffen ist, desto höher ist auch das Sterblichkeitsrisiko. Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt zwar bei der Mortalität von Migranten und deren Ein- flussfaktoren, allerdings sind durch die engen Zusammenhänge zwischen Morta- lität und Morbidität auch morbiditätsbedingte Aspekte auf die Sterblichkeit von Migranten wirksam. Diese werden für Deutschland daher in einem Exkurs be- handelt (Kap. 4.2.). Daran schließt sich eine umfassende...

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