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Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme

Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien

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Tobias Hayer

Kommerzielle Glücksspielangebote und selbstorganisierte Spiele um Geld stellen einen integralen Bestandteil der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher dar. Zugleich gilt diese Altersgruppe als besonders gefährdet für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme. Vor dem Hintergrund eines Mangels an überzeugenden Erklärungsansätzen verfolgt diese Abhandlung das übergeordnete Ziel, das gegenwärtig verfügbare Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren problematischen Spielverhaltens in der Adoleszenz in systematischer Weise zusammenzufassen. Ausgehend von 105 Primärstudien wird ein evidenzbasiertes Entwicklungsmodell vorgelegt, das zum einen der Theorieweiterentwicklung dient und zum anderen wertvolle Implikationen für eine Erfolg versprechende Präventionspraxis mit sich bringt.

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3. Zielsetzungen

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Im internationalen Kontext ist inzwischen eine Vielzahl an wissenschaftlichen Abhandlungen verfügbar, die sich explizit mit dem Ausmaß glücksspielbezoge- ner Probleme im Jugendalter bzw. risikoerhöhenden (und sporadisch auch mit risikominimierenden) Bedingungen problematischen Spielverhaltens beschäfti- gen. Dabei stammen die Forschungsaktivitäten im Wesentlichen aus Kanada und den USA, gefolgt von Großbritannien und Australien (Blinn-Pike et al., 2010). Obwohl die Menge an Publikationen zu diesem Themengebiet in jüngster Zeit exponentiell zugenommen hat, lässt sich gegenwärtig keineswegs von einem so- liden oder sogar gesicherten Kenntnisstand sprechen. Vor allem mangelt es in eklatanter Weise an Übersichtsarbeiten, die den aktuellen Forschungsstand lege artis, d.h. nach den gängigen Regeln eines systematischen Reviews, komprimiert < / ;! < /' abstrakte Ziel, den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme“ gerade in Deutschland (neu) zu beleben. Mit Hilfe eines systematischen Reviews fasst die Dissertation relevante Entstehungs- und Bedingungsfaktoren problematischen Spielverhaltens im Jugendalter zu- sammen und integriert sie in einen umfassenden entwicklungsorientierten Erklä- rungsansatz. In einem nachfolgenden Schritt soll die theoretische Aufbereitung der verfügbaren Forschungsbefunde dazu führen, evidenzbasierte Empfehlungen für präventive Handlungsschritte im Sinne eines „Good-Practice-Modells“ ab- zuleiten, deren Umsetzung vor dem Hintergrund der Intentionen des alten (und wahrscheinlich auch neuen) GlüStV in Sachen Spieler- bzw. Jugendschutz aus- drücklich einzufordern ist. Evidenzbasierung meint in diesem Kontext das Sam- meln des besten verfügbaren Wissens und dessen Anwendung in der Praxis (Kolip, 2006). Diesem Vorgehen liegt die Annahme zugrunde, dass die (Fach-) Öffentlichkeit sowie politische Entscheidungstr...

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