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Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme

Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien

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Tobias Hayer

Kommerzielle Glücksspielangebote und selbstorganisierte Spiele um Geld stellen einen integralen Bestandteil der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher dar. Zugleich gilt diese Altersgruppe als besonders gefährdet für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme. Vor dem Hintergrund eines Mangels an überzeugenden Erklärungsansätzen verfolgt diese Abhandlung das übergeordnete Ziel, das gegenwärtig verfügbare Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren problematischen Spielverhaltens in der Adoleszenz in systematischer Weise zusammenzufassen. Ausgehend von 105 Primärstudien wird ein evidenzbasiertes Entwicklungsmodell vorgelegt, das zum einen der Theorieweiterentwicklung dient und zum anderen wertvolle Implikationen für eine Erfolg versprechende Präventionspraxis mit sich bringt.

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6. Diskussion

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6.1. Einordnung der vorgelegten Ergebnisse und präventive Implikationen 6.1.1. Abgrenzung zu bisherigen Forschungsansätzen Mit der vorliegenden Arbeit wurde erstmals nach den gängigen Standards eines systematischen Reviews (vgl. Petticrew & Roberts, 2006) eine umfassende Li- teraturanalyse, Primärstudienbewertung und Befundintegration zum Thema „Ri- siko- und Schutzbedingungen glücksspielbezogener Probleme im Jugendalter“ durchgeführt. Im Gegensatz zu den bisherigen, zumeist willkürlich anmutenden Versuchen, den aktuellen Kenntnisstand zusammenzufassen, zeichnet sich dieses Vorgehen durch zahlreiche innovative Elemente aus. Zu nennen sind auszugs- weise die Breite der Literaturrecherche (u.a. unter Berücksichtigung der soge- nannten grauen Literatur), der regelgeleite und transparente Suchalgorithmus, die Entwicklung eines Bewertungsschemas zur Einschätzung der Aussagekraft der Primärstudien und die evidenzbasierte Verdichtung von Einzelbefunden zu einem integrativen Erklärungsansatz einschließlich der Formulierung wahr- scheinlicher Entwicklungsverläufe. Somit steht nunmehr eine Datenbasis zur Verfügung, die zum einen die Umsetzung von Anschlussarbeiten erleichtert (z.B. eine metaanalytische Aggregation der Einzelbefunde, sofern eine hinreichende Studienanzahl mit entsprechender Datenqualität vorliegt; vgl. für die technischen Aspekte einer Metaanalyse mit Borenstein et al., 2009) und zum anderen das Au- ' X ; ” vorgelegten Ergebnisse verlässliche Aussagen zu Erfolg versprechenden Präven- _ ! Y+ + + 'Y welche Rolle der Wechsel des sozialen Bezugs- und Wertesystems sowie Pro- zesse der Entwurzelung, Marginalisierung und Desozialisierung spielen, wenn sich (adoleszente) Migranten in exzessiver Weise dem Glücksspiel zuwenden (Zangeneh, Mann, McCready & Oseni, 2010). Es muss daher offen bleiben, ob 222 fehlangepasste Entwicklungsverläufe die Folge kultureller Anpassungsprobleme sind und damit unangemessene Formen von...

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