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Christen in Thailand

Am Beispiel der Karen und der Akha

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Lauren Drover

Diese Untersuchung wirft einen Blick auf das oft übersehene Christentum Asiens. In Thailand konvertieren besonders Mitglieder ethnischer Minderheiten zu dieser «neuen» Religion. Anhand zweier Beispielminderheiten werden die Gründe hierfür untersucht. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Theorie, dass die Konversion zu einer «abweichenden» Religion zur Bewahrung der ethnischen Identität genutzt wird. Weiterhin werden Wechselwirkungen zwischen den indigenen Religionen und dem Christentum analysiert. Die Autorin fragt dabei, inwiefern sich Konversionstheorien verschiedener Wissenschaftler auf die untersuchten Beispiele anwenden lassen. Dabei wird grundlegend bezweifelt, dass die häufig gemachte Unterscheidung zwischen einer Volksreligion und einer Universalreligion überhaupt zulässig ist.

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1. Einleitung

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Keine geographische Region ist auf einem so engen Raum ethnisch, sprachlich und religiös so vielfältig wie die Festlandsgebiete der Region, die wir im Allge- meinen mit Südostasien bezeichnen (PROVENCHER 1975: 105)1. Als die Grenzen der modernen Nationalstaaten, wie wir sie jetzt kennen, gezogen wurden, wur- den bestimmte ethnische Gruppen in ein Land mit einer anderen Mehrheitsbe- völkerung „eingeschlossen“. Wieder andere, etwa die hier untersuchten Akha oder die Hmong, wurden sogar zwischen zwei Nationalstaaten aufgeteilt (vgl. z.B. KEYES 1997: 189-206). Hierbei ist zu beachten, dass die meisten Minder- heiten nicht nur religiöse und ethnische „Randgruppen“ sind, sondern ganz bild- lich an den „Rändern“ der modernen Nationalstaaten, an den Grenzen in der äu- ßersten Peripherie, leben. In dieser Arbeit wird beispielhaft der Staat Thailand, genauer die dort lebende Minderheiten der Karen und der Akha, besprochen. Christen machen in den meisten Ländern Festland-Südostasiens (mit Aus- nahme Vietnams2) eine zu vernachlässigende religiöse Minderheit von weit we- niger als 1%3 der Gesamtbevölkerung aus. Auch in Thailand ist dies der Fall: PRUDHOMME und ZORN 2002: 618 geben für das Jahr 1995 0,4% Katholiken und 0,1% Protestanten an; Grabowsky 2010: 16 nennt in seiner neueren Publikation als absolute Zahlen 500 000 Christen, davon 300 000 Katholiken. Interessant ist hierbei jedoch, dass Christen bei den ethnischen Minderheiten, die im Norden, Nordwesten und Nordosten Thailands an den Grenzen zu Myanmar und Laos leben, stark überrepräsentiert sind. Die Gründe hierfür sind eine...

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