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Die Anwendung des ABGB in Italien im 19. Jahrhundert und seine historischen Aspekte

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Daniele Mattiangeli

Die Geschichte des ABGB und seine Ausstrahlungen auf andere Rechtsordnungen in den vergangenen 200 Jahren sind ein sehr wichtiges Phänomen, das eine eigene Vertiefung und Überprüfung verdient. In dieser Forschungsarbeit wird die Umsetzung des ABGB in Nord-Italien untersucht, im Vergleich mit den vorhergehenden romanistischen Grundlagen des Rechts in den betroffenen Regionen und weiteren Einflüssen von ausländischen Gesetzgebungen, die in derselben Periode entstanden sind. Somit versucht dieses Buch ein wenig mehr Klarheit in historischem und juristischem Sinn über die Umsetzung des österreichischen Rechts in Nord-Italien im 19. Jahrhundert zu schaffen.

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2. Juristischer Hintergrund in der Lombardeiund in Venetien

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33 2. Juristischer Hintergrund in der Lombardei und in Venetien 2.1 Die römische Tradition im Bereich des Rechts In West-Europa, in jenen Gebieten, die vorher Teil des römischen Kaiserreichs waren, wie zum Beispiel Italien, war der justinianische Kodex im Wesentlichen bereits nach dem Untergang des weströmischen Reichs bekannt. Dieser Kodex, wenn auch nur teilweise bekannt und angewendet, hat bis zum Wiederauftau- chen der Digesten in der Praxis gegen Ende des 11. Jahrhunderts die italienische Rechtslehre und Rechtskultur in einem heute nicht mehr genau feststellbaren Ausmaß beherrscht155. Die genauen Gründe dieser „Herrschaft“ sind in der poli- tischen Entwicklung des weströmischen Reichs nach dem Untergang 476 nach Christus zu suchen. Wie Wesener in seinem Buch156 anführt: „Man muss bedenken, dass die Landnahme der Ostgoten in Italien in einer sehr schonenden Form erfolgt ist und dass namentlich der große Teodorich ein Bewunderer und Freund der rö- mischen Kultur gewesen ist, der selbst ein Mal in einer Ansprache versichert hat, er wolle mit Gottes Hilfe die Kaisergesetzgebung unverletzt aufrechterhal- ten“. Wie viele biographische Studien zeigen157, hatte Teodorich in Konstantino- pel studiert und war ein echter „Freund“ der römischen Kultur, die er selbst sehr gut kannte; er hatte die Absicht, das Recht Justinians anzuwenden und seine Be- völkerung zu „romanisieren“. Justinian hingegen zielte darauf ab, Italien zu- rückzuerobern; der erfolgreich durchgeführte Krieg (von 535 bis 553) brachte das gotische Italien wieder unter die Herrschaft Ostroms.158 Nachdem der Großteil Italiens wieder in „r...

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