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Islam und Diaspora

Analysen zum muslimischen Leben in Deutschland aus historischer, rechtlicher sowie migrations- und religionssoziologischer Perspektive

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Edited By Rauf Ceylan

Internationale Wanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert haben dazu geführt, dass sich Millionen muslimische Migranten außerhalb ihrer Herkunftsländer aufhalten. Allein in Deutschland leben mittlerweile ca. 4,2 Mio. Muslime. Aufgrund des besonderen Verhältnisses von Migration und Religion sind durch diesen Prozess zahlreiche Herausforderungen für die muslimischen Diaspora-Gemeinden entstanden. Vor diesem Hintergrund setzt sich dieser Sammelband aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven mit zentralen Aspekten muslimischen Lebens auseinander. In sechs Schwerpunkte gegliedert, werden Fragen der historischen Entwicklungen seit dem Beginn der Anwerbeabkommen vor 50 Jahren, des Verhältnisses von Rechtsstaat bzw. Säkularisierung und Islam, der (inter-)religiösen Bildung, der muslimischen Identitätsbildung, der fundamentalistischen Ausprägungen in der Migration sowie des interreligiösen Dialogs und der muslimischen Selbstverortung diskutiert.

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VI. Entwicklungsüberlegungen: Die Frage des interreligiösen Dialogs und Herausforderungen aus der Sicht der Muslime

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Wo steht der christlich-islamische Dialog heute? Eine Standortbestimmung Von Thomas Lemmen Im September 2006 hat die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ihre Arbeit aufge- nommen. Damit hat der Staat einen gesamtgesellschaftlichen Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen1 begonnen. Angesichts dieser Initiative des Staates hat der frühere Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière auch die Kirchen zum verstärkten Dialog mit Muslimen aufgefordert. Bei einer Veran- staltung des zweiten Ökumenischen Kirchentages sagte der Minister am 13. Mai 2010 in München: „Ich bin ein bisschen traurig, dass der Staat da voranmar- schiert. An sich hätte ich mir gewünscht, dass die Kirchen diesen Dialog füh- ren.“2 Dieser Zwischenruf bietet Gelegenheit, nach dem Stand des christlich- islamischen Dialogs in Deutschland zu fragen. Die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils sind nicht ohne Auswir- kungen auf das Verhältnis zu Muslimen in Deutschland geblieben. Die katholi- sche Kirche hat die Herausforderungen angenommen, die sich aus der Präsenz muslimischer Arbeitsmigranten und ihrer Familien ergeben haben. Seit Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat sie sich zu gesellschaftspo- litischen und sozialen Fragestellungen in diesem Zusammenhang positioniert. Da sie Muslime nicht nur als Ausländer, sondern auch als gläubige Menschen wahrgenommen hat, konnte sie den interreligiösen Dialog mit ihnen aufnehmen. Seit diesen Jahren lassen sich sowohl Stellungnahmen der christlichen Kirchen zum Zusammenleben mit Muslimen als auch erste Initiativen zur Förderung des christlich-islamischen Dialogs finden. Dieses Geschehen ist Wandlungen und Entwicklungen unterworfen gewe- sen. Gesellschaftliche und politische Fragen aus...

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