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Die Neubestimmung des öffentlichen und privaten Interesses auf Kapitalmärkten

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Stephan Abée

Die zunehmende Veränderung der wirtschaftlichen Umwelt führt zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von staatlichen und privaten Akteuren in der Erbringung gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt. Anhand von Länderstudien aus der OECD-Welt wird untersucht, wie sich die Schutzmechanismen für Eigenkapitalgeber im internationalen Vergleich verändert haben. Dabei wird erforscht, ob der Wandel von Staatlichkeit im Bereich von Kapitalmärkten einem allgemeinen Veränderungstrend unterliegt, woher der gegebenenfalls vorhandene Anpassungsdruck stammt und wie sich diese Veränderungsprozesse auswirken. Die Ergebnisse zeigen auf, dass der Staat weiterhin politische Steuerungsfähigkeit besitzt, durch die Reduktion der Varianz staatlicher Regulierungsmodelle jedoch an Handlungsspielraum verliert.

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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung Kapitalmärkte umfassen die Gesamtheit aller Institutionen und Transaktionen, die der Zusammenführung von Kapitalanbietern (bspw. private und institutionel- le Anleger) und Kapitalnachfragern (bspw. Unternehmen und der Staat) dienen.� Im Zentrum der Allokation von Überschussguthaben auf Investitionsalternativen steht die Institution Börse, deren Strahlkraft auf eine langjährige Historie als na- tional bedeutsamer Handels- und Marktplatz zurückzuführen ist. Indizes aus dem Börsenhandel wie etwa der Deutsche Aktienindex DAX werden schon lan- ge nicht mehr nur als Kennzahl für die Entwicklung ausgewählter Wertpapiere veröffentlicht, sondern ebenso als Indikator für die Stimmung der gesamten Volkswirtschaft herangezogen.� An einer Börse werden jedoch nicht nur Trans- aktionen angebahnt und abgewickelt, sondern in diesem Zusammenhang auch Preise für Wertpapiere ermittelt, die sich aus den subjektiven Erwartungen der Marktteilnehmer an die zukünftigen Gewinne bzw. Zahlungsströme der emittie- renden Unternehmen ergeben. Sie ist damit als Ort und Instrument der Informa- tionsenthüllung bedeutsam. Der Nutzen einer Börse ergibt sich aus der von ihr ermöglichten Transfor- mation von Mengen, Fristen und Risiken zur Finanzierung langfristiger Investi- tionen. Ohne die spezielle Form eines organisierten Marktes kann Finanzierung nur individualisiert etwa über Bankdarlehen erfolgen. Damit würden sowohl ei- nige Kapitalgeber als auch Kapitalnehmer von vornherein ausgeschlossen. Die Akzeptanz und Nutzung der Finanzierungsmöglichkeit Börse ist jedoch von Land zu Land verschieden, obwohl sich viele dieser Marktplätze nahezu zeit- gleich konstituiert haben. So waren in Deutschland im Jahr 2009 nur durch- schnittlich 3,...

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