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Die Geschichte des ungarischen Nationalismus

Adam Markus

Die Geschichte des ungarischen Nationalismus bietet einen Überblick über die ungarische Geschichte der letzten 150 Jahre, mit einem besonderen Fokus auf den ungarischen Nationalismus. In zehn Kapiteln wird nicht nur kritisch auf die Geschichte Ungarns ab der Revolution im Jahre 1848 bis zur Machtübernahme Orbáns im Jahre 2010 eingegangen, sondern auch auf den ungarischen Nationalismus, seine Entstehung, seine verschiedenen Typen und seine Ziele. Das Buch soll auch dem nicht-akademischen Publikum die derzeitige politische Situation des Landes und die Mentalität seiner Bevölkerung näher bringen. Darüber hinaus sollen bekannte Geschichtsmythen aufgedeckt und die Propaganda dahinter enthüllt werden.

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8. Exil und Anpassung

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Neue Verhätnisse Noch bevor Budapest befreit war, begann hinter den Frontlinien bereits die Neuorganisierung des Staates. Politische Parteien wurden (neu) gegründet und offiziell wurden Vorbereitungen für die Errichtung eines bürgerlich- demokratischen Staates getroffen. Die provisorische Nationalversammlung bil- dete sich bereits am 21. Dezember 1944 in Debrecen und schon dort zeigten sich die Anzeichen einer Dominanz der kommunistischen Partei.304 Stärkste Partei bei den Wahlen am 4. November 1945 wurde dennoch die Unabhängige Partei der Kleinlandwirte, mit 57% der Stimmen, darauf folgten die kommunistische Partei und die Sozialdemokratie mit je 17% und die Nationale Bauernpartei mit 7% der Stimmen.305 Kommunistische Politiker dominierten bereits zu dieser Zeit die Politik und vor allem die Polizei des Landes. Im Jahre 1948 konnte die Kommunistische Partei Ungarns, nach Zerschla- gung der Kleinlandwirte-Partei und nach Vereinigung mit der Sozialdemokrati- schen Partei, zur „Partei der Ungarischen Werktätigen“ (Magyar Dolgozók Párt- ja - MDP), offiziell die Macht übernehmen und unter Mátyás Rákosi ein stalinis- tisches Terrorregime errichten. Diese bis 1953 dauernde Diktatur, war geprägt von Willkürherrschaft, Personenkult, Zwangs - Industrialisierung/ Kollektivie- rung und Terror gegen angebliche „Kulaken und Klassenfeinde“.306 Die zeit- gleich stattfindenden internen Säuberungen führten zu tausenden Verhaftungen, Verbannungen, Schauprozessen und Toten aus den Reihen der ehemaligen sozi- aldemokratischen und kommunistischen Partei. Rákosi wollte ganz im Stile Sta- lins, eine absolute und alleinige Herrschaft errichten und entledigte sich auf die- se Weise seiner größten Rivalen307. Nach dem Tode Stalins,...

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