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Einfluss der IFRS auf die Rechnungslegungspraxis

Eine theoretische und empirische Analyse in ausgewählten Ländern der EU

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Thomas Kemper-Scharpegge

Kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU haben ihre Konzernabschlüsse seit 2005 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu erstellen. Ziel ist es, die Rechnungslegungsadressaten mit hochwertigen Informationen über die wirtschaftliche Lage zu versorgen. Fraglich ist jedoch, ob die IFRS-Einführung dies allein erreichen kann. So wird die Rechnungslegungspraxis nicht nur von Normen, sondern auch von institutionellen Faktoren beeinflusst. Anhand ausgewählter Eigenschaften von Ergebnisgrößen untersucht der Autor vor diesem Hintergrund, inwiefern die Umstellung auf die IFRS eine qualitative Veränderung der Rechnungslegungspraxis in ausgewählten Ländern der EU erkennen lässt. Daran anknüpfend geht er der Frage nach, inwiefern bestimmte Unternehmen besondere Anreize zu einer hochwertigen IFRS-Rechnungslegung haben.

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6 Zusammenfassung und Ausblick

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6.1 Zusammenfassung Mit der verpflichtenden IFRS-Anwendung verfolgt die EU das Ziel, den Kapi- talmarkt mit hochwertigen, entscheidungsnützlichen Informationen zu versor- gen. Dies wird als „wesentliche Grundlage für aktive und funktionierende Märk- te“989 gesehen und soll dazu beitragen, Informationsasymmetrien abzubauen so- wie die Kapitalkosten von Unternehmen zu senken. Harmonisierte Rechnungs- legungsregeln gelten für diese Zwecke zwar als eine wichtige Notwendigkeit, allerdings bleibt gleichzeitig die Frage offen, inwiefern die alleinige Umstellung von nationalen Rechnungslegungsregeln auf die IFRS tatsächlich die formulier- ten Ziele herbeiführen kann. So ist zu vermuten, dass die Rechnungslegungspra- xis nicht allein von Rechnungslegungsregeln, sondern auch von institutionellen Rahmenbedingungen und damit verbundenen Bilanzierungsanreizen determi- niert wird. Der Bestimmungsprozess der Rechnungslegungspraxis gestaltet sich damit komplexer, als häufig angenommen. In der Folge kann der „Nettoeffekt“ der IFRS nicht auf Anhieb eindeutig festgelegt werden und es ist schwierig zu beurteilen, inwiefern ein solcher Wechsel tatsächlich zu einer höherwertigen Rechnungslegungspraxis führt. So könnten die bestehenden nationalen instituti- onellen Rahmenbedingungen und daraus hervorgehenden Bilanzierungsanreize einen potentiellen Einfluss der IFRS schwächen oder sogar umkehren. Vor die- sem Hintergrund ist in der vorliegenden Arbeit untersucht worden, inwiefern die verpflichtende Umstellung auf die IFRS einen Einfluss auf die Rechnungsle- gungspraxis in der EU hat. Die wesentlichsten theoretischen und empirischen Untersuchungsergebnisse werden im Folgenden thesenartig zusammengefasst: Eine zentrale Aufgabe der Rechnungslegung besteht in der kapitalmarktori- entierten Information und Koordination. Aus einer höherwertigen Rech- nungslegungspraxis leiten sich in einem theoretischen Ideal unmittelbar öko- nomische Konsequenzen ab,...

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