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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Zur Erschließung früheren Sprachstandes aus schriftlichen Quellen (1965) 27

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Zur ErschlieBung friiheren Sprachstandes aus schriftlichen Quellen Der Titel dieser Studie ist absichtlich etwas unscharf gefa13t. Indem ich von ,friiherem Sprachstand" rede, halte ich mir zunachst die Moglichkeit offen, auch auf solche Forschungen Bezug nehmen zu konnen, die sich auf eine bestimmte Sprachschicht, meist eine hohere, beziehen, also etwa auf die Urkundensprache, die Kanzleisprache oder gar die Sprache der mhd. Literaturdenkmaler. Im weite- ren Verlauf der Untersuchung soli aber unter ,frtiherem Sprachstand" mehr und mehr ,friihere Mundart" verstanden werden. ,Mundart", auch im Sinne von ,hi- storischer Mundart" bedarf einer Prazisierung. Dazu zwingt vor allem die viel- faltige und gelegentlich auch unscharfe Verwendung dieses Begriffes in einer Reihe von sprachhistorischen Arbeiten der alteren und jtingeren Zeit. Es ist da- bei nicht einmal in erster Linie an Beispiele jenes friihen naiven Zugangs ge- dacht, der einen alten Text als direkten Niederschlag der Mundart sieht 1, sondem eher an den weiteren oder engeren Raum und an die Sprach- oder Schreib- schicht, die die Autoren mit dem BegriffMundart umrei13en wollen. Es ist deut- lich, da13 die Klassifizierung nach ,Mundarten" in unseren Bibliothekskatalogen oder in Texteditionen etwas anderes meint als E. E. Muller in den subtilen Un- tersuchungen tiber ,Die Basler Mundart im ausgehenden Mittelalter"2• Und wie weit muB etwa W. Jungandreas den Rahmen gespannt haben, daB er 1936 ,Deutsche Mundarttexte aus dem spateren Mittelalter"3 edieren und sich im gleichen Jahr tiber ,Grundsatzliches zur Herausgabe mundartlicher Texte des Mittelalters"4 au13em kann? Mundart bedeutet fiir viele einfach Abweichung von einer angenommenen oder gegebenen...

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