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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Die sprachliche Doppelformel im Widerstreit. Zur deutschen Prosa des 15. und 16. Jahrhunderts (1993) 349

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Die sprachliche Doppelformel im Widerstreit Zur deutschen Prosa des 15. und 16. Jahrhunderts In einem Beitrag von 1964 habe ich die gehiiuften Doppe1formen in gewis- sen Prosatexten des 15. Jh.s nicht stilistisch, sondem sprachlandschaftlich zu deuten versucht. 1 Einen breiteren Hintergrund und weiteres Belegmaterialliefer- te dann meine Habilitationsschrift von 1967.2 Dal3 man auch fiiiher schon ange- sichts bestimmter Texte in diese Richtung dachte, zeigt folgende Aul3erung von Friedrich Kluge: ,Schriftstellem von sprachlicher Erfahrung und Umsicht legte der Zwiespalt im Wortgebrauch Ieicht den Gedanken nahe, auf fremde Land- schaften Riicksicht zu nehmen, und so findet man im 16. Jahrhundert haufig gleichbedeutende Worter verbunden, wo die Entscheidung zugunsten eines be- stimmten Wortes noch nicht erzielt war."3 Es war also meine Ansicht gar nicht so neu, wie ich nachtraglich feststellen mul3. Dennoch hat ihre breitere Darle- gung ( 1964 und 1967) ein 1ebhaftes Echo in der Fachliteratur gefunden. Dies wurde ganz offensichtlich durch die Intensivierung der Friihneuhochdeutsch- Forschungen (14. - 17. Jh.) begiinstigt. Auf dem Felde des Friihneu- hochdeutschen liegen nun aber auch die besonderen Verdienste Gerhard Kett- manns, dem die vorliegende Festschrift gewidmet ist. Insofem wird es sicherlich sein Interesse finden, wenn hier nach fast dreil3ig Jahren eine Art Zwischen- bilanz gezogen wird, bezogen natiirlich nur auf ein Detail, aber auch am Detail konnen moglicherweise grol3ere Zusammenhange aufleuchten, kann gegebenen- falls der neuere Forschungsstand sichtbar werden. Es geht rnir iibrigens im fol- genden nicht so sehr darum, wer nun nachgerade mit welcher Deutung mehr oder weniger recht zu haben scheint, sondem eher...

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