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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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... sein Licht (nicht) unter den Scheffel stellen (1998) 413

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... sein Licht (nicht) unter den Scheffel stellen 1. Hinfiihrung Mit diesem Beitrag mochte ich das Fachgesprach tiber das Spannungsverhaltnis von Regionalitat!Oberregionalitat bei der Ausformung unserer Schriftsprache wei- terfiihren. Der hier zu Ehrende hat wesentlichen Anteil an den einschlagigen Erorte- rungen, injtingster Zeit auch durch seine starkere Betonung grol3regionaler Eigen- standigkeit im schriftsprachlichen Einigungsprozel3. Mein Augenmerk richtet sich hier auf die Auswahl- und Abwahlvorgange im Wortschatz. Angesichts der gro13en Sprachfliiche, fiir die eine geeinte Schriftsprache anzustreben war, sind hier die Konkurrenzen heftig und die Entwicklungen tiefgreifend. Es geht ja nicht nur urn graphische oder auch flexionsmorphologische Anpassung, sondem urn ein Entwe- der-Oder: entweder wird das eigene Wort schriftsprachlich, oder es verschwindet aus dem Sprachschatz und ein fremdes tritt dafiir ein. Es gibt Abdrangungsprozesse in die Dialekte, gelegentlich auch in eine grol3regionale Umgangssprache, vie1fach endet der Vorgang aber mit dem Worttod. Man kann einwenden, dal3 dies ganz nattirlich zum Sprachwandel gehore- und das stimmt auch. Allerdings wird man zugeben miissen, dal3 fiir die Entwicklungen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert im deutschen Sprachraum gewisserma13en Sonder- bedingungen gelten. Der Sprachwandel vollzieht sich nicht in einer relativ geschlos- senen Sprachgemeinschaft, bedingt durch den Faktor Zeit und durch den allmiih- lichen Wandel der Gesellschaft und ihrer Alltagswelt, nein, er vollzieht sich in der gleichzeitigen Konkurrenz mehrerer Sprachgemeinschaften. So darfman das sehen, selbst wenn Verwandtschaft untereinander besteht. Da reichen die Erkliirungs- ansatze, die wir bei der Beobachtung von ,normal em' Sprachwande1 gewinnen kon- nen, nicht mehr aus. Es konnenjetzt niimlich ganze Teilwortschatze abgewiihlt und durch...

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