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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Zur sprachgeschichtlichen Rolle Luthers (1999) 443

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Zur sprachgeschichtlichen Rolle Luthers Vorspann Das Thema Luther ist ein Priifstein. In Romanen der spaten Artusepik steht im Artushof eine Art 'Priifstein', "Ehrenstein" genannt. Sich darauf zu setzen, ist ein groBes Wagnis. Das Luther-Thema ist ein ahnlicher Priifstein, bzw. ein Wagnis. Man kann sich nur mit groBen Bedenken nahem. Priifstein als Wort scheint erst seit dem 16. Jh. belegt zu sein in der Bedeutung 'Probierstein' zur Ermittlung des Feingehaltes von Gold- und Silberlegierungen. Mit dem Verb priifen sind wir auch schon unmittelbar bei Luther, denn in Adam Petris Basler Glossar von 1523 wird Luthers Verb priifen fUr die Ober- deutschen mit mercken, erkennen iibersetzt, sonst auch mit bewiihren, erkunden, probieren, versuchen. 1 Es ist also im Siiden nicht bekannt. Das Lutherthema ist ein Priifstein allein schon im Blick auf die Quanti tat der Sekundarliteratur. Wer in vertretbarer Zeit zu eigenen Forschungsergebnissen kommen will, der sollte absehen von Luther, von Wolfram, von Goethe, insbesondere von ei- nem anspruchsvollen Handbuchartikel, etwa tiber die Rolle Luthers in der deut- schen Sprachgeschichte. Den Mitherausgebem des Handbuchs Sprachgeschich- te, 2. Auflage, habe ich diese Last des Lutherartikels zu verdanken - nach dem Tod des Erstverfassers, des Lutherforschers Heinrich Bach. 'Pech' zusatzlich Wa- ren dann noch die Luther-Jubilaumsjahre 1983 und 1996. Da muBten allerorten Berufene und weniger Berufene an das Vortragspult und in die Sammelpublika- tionen. Die Redeweise von 'Spreu und Weizen' war mir natiirlich bekannt, aber das Gewichtungsverhaltnis zwischen heiden in diesem Fall weniger. Nur dem Status des unbelasteten Emeritus verdanke ich Zeit und gelassene...

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