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Deutsch und seine Nachbarn

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Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Beata Mikołajczyk (Poznań): W gazecie stoi napisane ... ('In der Zeitung steht geschrieben' ...) – Deutsch-polnische Sprachkontakte in Großpolen, insbesondere im Stadtdialekt Posens

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POLNISCH __________________________________________________ Sprachfamilie: westslawische Sprache Sprecherzahl: ca. 60 Mio. Amtssprache in Polen (ca. 38 Mio.), größere Sprechergemeinschaften in Russland und der Ukraine, Tschechien, Litauen, Weißrussland, in den USA, Deutschland und Argentinien W gazecie stoi napisane ... ('In der Zeitung steht geschrieben' ...) – Deutsch-polnische Sprachkontakte in Großpolen, insbesondere im Stadtdialekt Posens Beata Mikołajczyk (Poznań) 1. Einführung Zahlreiche vor allem polnische, aber auch deutsche Linguisten befassten sich bereits mit den deutschen Einflüssen auf die polni- sche Sprache, insbesondere im Bereich der Lexik (z.B. CZARNECKI 1993, 2000, DRECHS- LER 1996, HENTSCHEL 2000, KĄTNY 1990, 1999, LIPCZUK 2001. MAZUR 1993, VINZENT 1992), die auf langjährige und komplizierte deutsch-polnische Kontakte zurückzuführen sind. Oft wird in diesem Zusammenhang auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass die polnische Sprache sehr viele deutsche Lexe- me übernommen hat: „Der starke Einfluss des Deutschen lässt sich an vielen Lehnwör- tern im Polnischen ablesen; nach lateinisch- griechischen Entlehnungen sind die aus dem Deutschen im Polnischen am stärksten ver- treten (WITASZEK-SAMBORSKA 1993). Wenn man auch die Mundarten und Fachsprachen berücksichtigen würde, könnte das Deutsche hinsichtlich der Zahl der Entleh- nungen an erster Stelle stehen.“ (KĄTNY 2004: 104) LIPCZUK (2001: 2007) z.B. betont den alltagssprachlichen Charakter und ei- nen hohen Assimilationsgrad der deutschen Entlehnungen in der heutigen pol- nischen Hochsprache. Man muss jedoch KĄTNY (2004: 104) Recht geben, wenn er darauf hinweist, dass in der bisherigen Forschung deutsche Einflüsse auf ein- zelne polnische Mundarten ziemlich selten zum Untersuchungsgegenstand...

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