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Anreiz- und Entscheidungsnützlichkeit der bedingten Vorsicht

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Annette Witzleben

Nationale und internationale Rechnungslegungsregeln sehen eine asymmetrische Behandlung unrealisierter Erträge und Aufwendungen vor. Die Autorin untersucht die Auswirkungen dieser sogenannten bedingten Vorsicht auf die Anreiz- und Entscheidungsnützlichkeit der Rechnungslegung. Hierzu wird zwischen einer unternehmens- und einer regulierungsbezogenen Diskussionsebene unterschieden. Erstmals wird ein geschlossener Analyserahmen zur Strukturierung und kritischen Analyse formaler Modelle und empirischer Ergebnisse entwickelt. Aufbauend hierauf werden neuartige Einblicke in die Konsequenzen unterschiedlich starker Ausprägungen der bedingten Vorsicht gewonnen, die unter anderem helfen, aktuelle Entwicklungen in der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und Fertigungsaufträgen zu beurteilen.

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Jedes bedeutsame Rechnungslegungssystem (IFRS, US-GAAP, HGB, EStG) hat Regeln, die zur Ermittlung eines vorsichtig bemessenen Gewinns führen, weil Gewinne grundsätzlich realisiert sein müssen, während Verluste schon vor Rea- lisation antizipiert werden. In Deutschland ist diese Vorgehensweise als Impari- tätsprinzip bekannt, während in englischsprachigen Ländern eine solche Voka- bel fehlt, obwohl die Regeln dasselbe verlangen. Die nationalen Systeme unter- scheiden sich nur in der Festlegung der Realisationskriterien und in dem Um- fang, in dem unrealisierte Gewinne und Verluste erlaubt oder erzwungen wer- den. Diese Tatsache ist umso erstaunlicher, als die Rechnungslegungssysteme verschiedener Länder keineswegs einheitliche Zielsetzungen aufweisen, was mit Blick auf Informations- und Zahlungsbemessungsfunktion deutlich wird. In jüngerer Zeit hat man sich intensiv mit dem Vergleich des Ausmaßes an Vorsicht in verschiedenen Systemen und ihren Vor- und Nachteilen für die Er- füllung der Funktionen von Rechenschaft und Entscheidungsunterstützung durch Rechnungslegung auseinandergesetzt. Zur Abgrenzung von einer willkür- lichen Unterbewertung des Vermögens stand die bedingte Vorsicht im Blick- punkt, wonach die Rechnungslegung erwartete Entwicklungen antizipiert, mit- hin auf erkannte und unbeeinflussbare Ereignisse reagiert. Grundlage dieser Analysen waren formale Modelle und empirische Studien, die selten miteinan- der verbunden waren. Diese Situation ist der Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit. Frau Dr. Witzleben prüft, welche Auswirkungen eine Änderung der bisher in den IFRS enthaltenen Regeln zur bedingten Vorsicht haben könnte. Hierzu konzentriert sie sich nicht nur auf die vorrangig in der Literatur behandelten Wirkungen auf die Entscheidungsnützlichkeit, sondern auch...

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