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Beiträge der späten Qing-Zeit zu Chinas moderner vermögensrechtlicher Terminologie

Eine rechts-, translations- und sprachwissenschaftliche Studie über den auf dem deutschen BGB basierenden Zivilgesetzbuch-Entwurf- Mit einer Übersetzung vom Buch 1-3 des Entwurfs des Zivilgesetzbuchs der Qing-Dynastie

Qiang Wang

Im Verlauf der Rechtsmodernisierung Chinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand unter der Qing-Dynastie der Entwurf eines Zivilgesetzbuchs (ZGE), dem das deutsche BGB als Vorlage diente. Einerseits konnten die deutschen Rechtsbegriffe und deren Wortschatz durch die im ZGE neu geschaffene Rechtssprache ins Chinesische übernommen werden, andererseits diente die Terminologie des ZGE den späteren Zivilgesetzen als Vorbild und prägten das gesamte moderne Zivilrecht Chinas. Der Verfasser untersucht mit rechts-, translations- und sprachwissenschaftlicher Methode sowie der von ihm angefertigten ZGE-Übersetzung unter Einbeziehung der aktuellen Zivilgesetzgebung erstmals den Entstehungsprozess der modernen chinesischen Zivilrechtssprache und würdigt damit die Leistung der chinesischen Rechtswissenschaft. Die Arbeit ist zugleich ein Hilfsmittel für Juristen, Sinologen, Sprach- und Übersetzungswissenschaftler.

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6. Beiträge des ZGE zu Chinas moderner vermögensrechtlicher Terminologie im Rahmen des Schuldrechts

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230 6. Terminologische Beiträge des ZGE-Schuldrechts 6. Beiträge des ZGE zu Chinas moderner vermögensrechtlicher Terminolo- gie im Rahmen des Schuldrechts Dem Allgemeinen Teil schließt sich im ZGE die Regelung der konkreten Vermögensrechte an. Geteilt wurden diese Rechte in Buch 2 „Schuldrecht (zhàiquán ۫⅀)“ und Buch „3 Sachen- recht (wùquán ⢟⅀)“. In diesem Kapitel werden die terminologischen Beiträge des ZGE- Schuldrechts zu Chinas modernem Vermögensrecht untersucht. Das Verhältnis des Schuldrechts zum Allgemeinen Teil besteht darin, dass die Tatbe- standsvoraussetzungen schuldrechtlicher Ansprüche fast immer von den Regeln des Allge- meinen Teils beeinflusst wurden. Der Allgemeine Teil des ZGE liefert die Grundbegriffe des Rechts, das statische Baumaterial, die Rechtssubjekte und Rechtsobjekte (i. S. v. Sachen), und das dynamische Element, vor allem fl xíngwéi ⌋ᗁ㺂⛰ (Rechtsgeschäft). Das Rechtsge- schäft trägt seinen rechtlichen Sinn nicht in sich selbst und bleibt, obwohl es unbestreitbar einen dynamischen Prozess zur Gestaltung der subjektiven Rechte verkörpert, ein Mittel zum Zweck. Es soll Rechte begründen, logischerweise auch Personen verpflichten und dadurch Personen zu anderen Personen in Rechtsverhältnisse setzen. Das Schuldverhältnis ist eine besondere Art von Rechtsverhältnis, wobei der Vertrag (qìyu ྇㌺) laut Hattenhauer (2000: 86) auch kein Rechtsverhältnis, sondern nur eins von mehreren Mitteln darstellt, mit deren Hilfe Rechtsverhältnisse entstehen können. Savignys Rechtslehre zufolge bildet sogar das Schuldverhältnis immer noch nicht den Selbstzweck sondern den Boden, aus dem der schuld- rechtliche Anspruch (Lat.: actio), das Kernst...

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