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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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8 Handelsliberalisierung kommt zu früh

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8.1 Einordnung und Reflexion der Vorgehensweise „Stop EPAs! At least for now!“ So oder so ähnlich könnte das Ergebnis dieser Arbeit zusammengefasst werden. Freihandel verspricht in der Theorie viel, hält aber in der Praxis aufgrund zahlreicher intervenierender Variablen wenig. Im Rahmen einer Politikfeldanalyse sollte Handelspolitik innerhalb der Euro- päischen Entwicklungspolitik untersucht werden. Um dies zu leisten wurden zu- nächst zwei Einschränkungen vorgenommen. Zum einen wurde nur die handelspo- litischen Maßnahmen der EU im Rahmen des Cotonou-Abkommen betrachtet und zum anderen wurde dies anhand eines Fallbeispiels (Ghana) vertieft. Da sowohl das Zustandekommen als auch die Auswirkungen dieser Policy analysiert werden soll- ten, mussten zwei unterschiedliche methodische Herangehensweisen ausgewählt werden. Um ersteres beantworten zu können wurde ein Policy Learning-Modell gewählt. Peter Halls Modell des politischen Paradigmenwechsel bildete hierfür die Grundlage, die Evaluationsforschung strukturierte das Vorgehen zur Untersuchung der Auswirkungen einer Policy. Die Auswahl dieser beiden Ansätze war nicht nur bei der konzeptionellen Strukturierung der Arbeit, sie führte auch zu belastbaren Ergebnissen für beide Forschungsinteressen. Inhaltlich wurde die Arbeit von vier Forschungshypothesen geleitet: – H1: Es gibt einen Paradigmenwechsel in der Europäischen Entwicklungszu- sammenarbeit mit den AKP-Staaten, der sich in der Neuausrichtung der Han- delspolitik expliziert. – H2: Das Cotonou-Abkommen forciert diese neue Entwicklungsstrategie, ob- wohl die AKP-Staaten sich gegen diese wehrten. Im Verhandlungsprozess konnte sich die EU durchsetzen. – H3: Die Handelsbeziehungen zwischen den AKP-Staaten – konkret Ghana – und der EU sind sowohl vom Volumen als auch strukturell asymmetrischer Na- tur, weshalb...

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