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Projekte und Projektionen in der translatorischen Kompetenzentwicklung

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Silvia Hansen-Schirra and Don Kiraly

Der Sammelband geht aus der Ringvorlesung Projektarbeit in der Translationsdidaktik hervor. Diese fand im Wintersemester 2010/11 in Germersheim statt. Ihr Ziel war es, die DozentInnen am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz zusammenzubringen, die sich mit authentischen Projekten in der Lehre beschäftigen, und sollte dem Austausch über gemeinsame Interessen und Probleme dienen. Schon im Rahmen der Ringvorlesung wurde deutlich, dass der Projektunterricht in Germersheim teilweise bereits gut vernetzt durchgeführt, äußerst theoriegeleitet entwickelt und praxeologisch orientiert erarbeitet wurde. Der Sammelband, der diese Vielfalt und Heterogenität durch thematische Teile abbildet, soll – über die Veranstaltung hinausgehend – zur theoretischen Reflexion und Diskussion anregen.

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Helmut Schmitt: Erwerb translatorischer Kompetenz in der Praxis – Im Spannungsfeld zwischen Lernerautonomie und Lehrerautonomie

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139 Helmut Schmitt Erwerb translatorischer Kompetenz in der Praxis – Im Spannungsfeld zwischen Lernerautonomie und Lehrerautonomie Abstract. Dieses 15-monatigen Praxisprojekt war eine Kooperation zwischen einem deut- schen Unternehmen aus dem Automobilsektor und dem FTSK Germersheim. Teams mit insgesamt 39 ausländischen Studierenden des FTSK übersetzten kollaborativ ca. 600.000 Wörter in sieben europäische Sprachen. Der Ausgangstext war ein Software-Programm, das mit Hilfe eines CAT Programms übersetzt wurde. Die dazugehörige Terminologiedatenbank wurde mit am Fachbereich installierten PCs des Unternehmen be- arbeitet, die direkt mit dem Firmen-Server verbunden waren. Die Projektteilnehmer erhiel- ten für ihre Übersetzungen ein marktgerechtes Honorar. In einer authentischen Lernwerk- statt lernten die Teilnehmer autonom in einer kollegialen Arbeitsumgebung, Recherche- techniken zu entwickeln, ihre Übersetzungsgeschwindigkeit an den Liefertermine auszu- richten, professionelle Kommunikationsetikette, Problemlösungsstrategien und Beschwer- demanagement. Abgesichert durch ein Qualitätssicherungssystem mit doppeltem Lektorat, unterstützt von Lehrkräften des FTSK, übernahmen die Teilnehmer selbstbestimmt Ver- antwortung über ihr Lernen, entwickelten Ownership für ihre Arbeit und Qualitätsbewusst- sein. Das Projekt war kein Bestandteil des Curriculums, wurde den Studierende jedoch nach Vorlage eines Berichts als Praktikum angerechnet. In einer abschließenden Befragung äußerten sich die Teilnehmer positiv auf die Frage, ob dieses Projekt sie auf die Anforde- rungen professionellen Übersetzens vorbereitet hat. Das Projekt war Gegenstand einer Dip- lomarbeit und wird ein Bestandteil der Dissertation des Projektleiters. 1 Einleitung Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick über ein von mir von 2006 bis 2008 geleitetes Praxisprojekt mit ausländischen Studierenden des FTSK Germersheim. Im Verlauf...

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