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Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

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6. Studienauswertung

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6.1 Online-Befragung Der quantitative Teil der SoDyWeb-Studie liefert ein umfangreiches Nutzungs- profil von älteren Internetnutzern. Die Analyse mit den Vergleichsstudien orien- tierte sich an der Fragestellung, ob das Cuxhavener Profil von dem überregional erfassten Nutzungsverhalten abweicht („Sind die Cuxhavener Senioren auch in ihrem Medienverhalten um eine Generation voraus?“). Es hat sich gezeigt, dass Cuxhavener erhebliche Abweichungen mit den Vergleichsgrößen aufweisen, die sogleich die Merkmale ihres Profils sind. Die folgende thesenartige Zusammen- fassung stellt die zentralen Hauptgedanken der SoDyWeb-Studie zusammen, die argumentativ belegt werden. Das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Onlinern ist vollkom- men ausgewogen. Auffällig ist auch, dass die Frauen im Vergleich zu den Män- nern noch nicht so lange dabei sind. Möglicherweise wollen sie den männlichen Vertretern ihrer Altersgruppe nicht länger nachstehen und sind deshalb dabei, intensiv aufzuholen. Männer nutzen das Internet jedoch nicht nur schon länger, sondern auch öfter. Annähernd die Hälfte der Männer geht über sieben Stunden wöchentlich ins Netz, bei den Frauen sind dies nur 30 %. Zweifelsohne gehören die männlichen Onliner deshalb zu den routinierteren Anwendern. Dieser „Män- ner-Vorsprung“ mag sozialisationsbedingt in ihrer geschlechtstypischen Affini- tät zu technischen Geräten und Vorgängen begründet sein. Trotzdem bedarf es eines Kenntniserwerbs. Beide Onliner lernen die Kenntnisse der Internetanwen- dung am häufigsten über eine Kursteilnahme. Auffällig ist jedoch, dass weibli- che Onliner ihre Anwenderkenntnisse deutlich häufiger über die Kinder gewin- nen und ihre männlichen...

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