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Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

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9. Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Onlinekompetenz von älteren Menschen

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Ein Konzept als Handlungsempfehlung für Anwender und Anbieter war für die Forschungsarbeit zunächst nicht erforderlich. Jetzt, für ihre Publikation, wird ein Konzept zur „Internetionalisierung“ der definierten Zielgruppe als eine alle Er- gebnisse und Erkenntnisse umfassende Abschlussleistung für notwendig und folgerichtig erachtet. Die darin festgehaltenen Empfehlungen sollen die Ent- wicklung und Einrichtung von Aktionen und Aktivitäten fördern und entspre- chenden Akteuren mit erfolgversprechenden Hinweisen zur Seite stehen. In die- sem Sinne zielen die Hinweise auf die Förderung der digitalen Integration einer großen und größer werdenden Kohorte. Werden diese Ergebnisse berücksichtigt, und zieht man darüber hinaus Erkenntnisse aus den besonderen Lebenslagen von älteren Menschen heran, so kommen naheliegende und nachvollziehbare adres- satenbezogene Ansichten zum Vorschein, die Ältere zum erfolgreichen Altern verhelfen. Diese Empfehlungen setzen im optimalen Fall an vorhandene Konzepte an. Aktuell populär sind die sogenannten „Alt-Jung-Projekte“ bzw. „Senior-Junior- Projekte“, die darauf abzielen, dass Jugendliche älteren Menschen beim Einstieg in die Computeraktivität und Internetpartizipation unterstützend zur Seite ste- hen. Zu finden sind diese Alt-Jung-Projekte in der sozialen Arbeit, in Stadtteil- häusern, in Begegnungsstätten und in Mehrgenerationenhäuser. Um eine Vor- stellung der Inhalte zu erhalten, die junge Menschen älteren vermitteln können, kann man einen Blick auf das Nutzungsprofil jüngerer Onliner werfen. Dieses wird zweifelsohne von speziellen Web 2.0-Anwendungen angeführt, aber auch von „klassischen“ PC-Aktivitäten wie dem E-Mailing sowie der typischen ju- gendlichen Freizeitbeschäftigung, den Online-Spielen. Nach wie vor gilt: Je...

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