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Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

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10. Zusammenfassung

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Das Internet gilt heute als Leitmedium der modernen Informationsgesellschaft, das für seine Nutzer neuartige Möglichkeiten der Alltagserleichterung bietet. Wie empirische Studien zeigen, findet aktuell bei großen Teilen der Bevölke- rung eine Neuorientierung in der Mediennutzung statt: Die „Silver Surfer“ oder „Best Ager“ verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und imp- lementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlich ist es, dass über das Nutzungsverhalten älterer Netz- nutzer wenig bekannt ist und es den gängigen Online-Studien an ausreichender Berücksichtigung mangelt: Zum Teil werden entsprechende Daten gar nicht, zum Teil undifferenziert erfasst, beispielsweise unter der Altersgruppe „50+“. Die vorliegende Studie geht von einer Sozial-Dynamik des Internets aus und will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung der interdisziplinären SoDy- Web-Studie ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensieren- de Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivie- rende Medienwirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas ver- lieren und bedarf einer Analyse der Lebenslagen älterer Menschen. Im theoretischen Teil dieser Arbeit werden zunächst die parallel verlaufen- den Entwicklungen zum „Internetzeitalter“ und der „ergrauten Gesellschaft“ be- schrieben sowie die Beziehungen zwischen Lebenslagen und Internetnutzung betrachtet. Diese Analyse ergibt, dass die heutige Altengeneration zwar mit Zu- nahme des Alters Verlusteffekten ausgesetzt ist, jedoch im Vergleich zu frühe- ren Altenpopulationen über eine hohe Ressourcenausstattung verfügt. In der Bi- lanzierung ergibt...

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