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Die Schule der Janitscharen

Aus dem Polnischen übersetzt von Christoph Koch

Alojzy Twardecki

Alojzy Twardeckis Schule der Janitscharen ist das bislang einzige Buch, das aus dem Munde eines Betroffenen in der Rückschau des jungen Erwachsenen über das Schicksal Tausender von Kindern aus den von Deutschland im Zweiten Weltkrieg eroberten Ländern berichtet. Diese Kinder wurden, da blond und blauäugig, im Rahmen des nationalsozialistischen Programms der «Rettung deutschen Blutes» der «Eindeutschung» für würdig befunden, ihren Eltern gewaltsam fortgenommen, in Kinderheimen einer Umerziehung zur Auslöschung ihrer tatsächlichen Identität unterzogen und endlich mit deutschem Namen, deutschem Lebenslauf und nationalsozialistischem Bewußtsein im «Reich» in Pflege durch systemkonforme Familien gegeben. Der Hauptteil des Buches berichtet über die jahrelangen Auseinandersetzungen zwischen der leiblichen Mutter und der Adoptivfamilie, zwischen den polnischen und deutschen Behörden um den Besitz des glücklich wiedergefundenen Kindes, das sich endlich bei einem Besuch der polnischen Mutter für den Verbleib in Polen entschied. Das Buch zeichnet ein eindringliches Bild der im Schatten des Dritten Reiches entstehenden westdeutschen Nachkriegsrepublik und der deutsch-polnischen Beziehungen im Zeichen des fortschreitenden Kalten Krieges. Ebenso eindringlich ist das Bild des bleibenden Niederschlags dieser Verwerfungen in der Psyche des Kindes, das die Kluft zwischen seiner deutschen und seiner polnischen Identität im späteren Leben nie gänzlich zu schließen vermochte. Das Vorwort des Buches gibt einen Überblick über die Behandlung des Themas der nationalsozialistischen Eindeutschungspolitik in Wissenschaft und gesellschaftlichem Bewußtsein auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze. Dem Buch sind Dokumente zur nationalsozialistischen Rasse- und Siedlungspolitik und zur Repatriierung des Autors beigegeben.

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Dokumente in Sachen Twardecki

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Soweit nicht anders angegeben, sind die Dokumente nichtpolnischer Adres- saten und Absender aus dem Polnischen rückübersetzt. 142 (Abb. Dokument Nr. 1) 143 1. Karteikarte des Polnischen Roten Kreuzes F. 413 Name H A R T M A N N Vorname Alfred Geburtsdatum u. -ort 23.3.1938 Rogoźno Name der Eltern Aufenthaltsort Bemerkungen siehe Karteikarte TWARDECKI Alojzy vom Lebensborn verschlepptes Kind Urheber des Suchantrags Datum Name Twardecka Vorname Małgorzata Verwandtschaftsgrad Mutter Anschrift Rogoźno Wlkp. Szkolna 3 144 (Abb. Dokument Nr. 2) 145 2. Polnisches Rotes Kreuz (Interne Korrespondenz) Poznań, den 29. April. 1947 Hauptverwaltung des PRK144 Informationsbüro Ref .Dz.K/D. Warschau Betr.: Twardecki Alojzy Bezüglich des mit Schreiben vom 21.3.1946 L.2152/Ke/Li gestellten Suchantrags betreffend T w a r d e c k i Alojzy geb. 23.3.1938 Sohn der Małgorzata reichen wir die ergänzende Einlassung der Mutter nach, daß der Name des Kindes in H a r t m a n n geändert wurde. Möglicherweise trägt dies zur schnelleren Auffindung des Kindes und zur Beruhigung der Mutter bei, die unablässig um Nachsuche einkommt. /-/ /-/ Leiterin des örtlichen Bevollmächtigter der Hauptverwaltung Informationsbüros des PRK für den Bezirk Wielkopolska KF 144 Polnisches Rotes Kreuz. 146 3. Polnisches Rotes Kreuz an Child Tracing Bureau Warschau, den 2.6.47. Piusa XX145. 24/26 An Child Tracing Bureau U.N.R.R.A. Betr. Twardecki Alojzy vel Hartmann Unter Bezugnahme auf den von uns übersandten Suchantrag TWARDECKI Alojzy, geb. 23.3.1938 in Rogoźno, Mutter Zofia (Małgorzata?) – mit...

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