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Aktuelle Forschungsthemen der Sprechwissenschaft 2

Phonetik, Rhetorik und Sprechkunst

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Edited By Ursula Hirschfeld and Baldur Neuber

In der Publikation werden aktuelle wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der Phonetik, der Rhetorik und der Sprechkunst vorgestellt. Häufig handelt es sich zudem um transdisziplinäre Fragestellungen. Sie geben einen eindrucksvollen Einblick in die unterschiedlichen Facetten unserer Forschungswelt und reichen von Detailuntersuchungen im Bereich der artikulatorischen Phonetik bis hin zur Sprachentwicklungsforschung, und von der historischen Betrachtung des Rhetorikverständnisses bis zu den Perspektiven der sprechkünstlerischen Kommunikation. Ein erklärtes Ziel dieser Publikation ist es, interessante neue Untersuchungen junger Absolventen einer breiten Öffentlichkeit vorzulegen.

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Birgit Venus Rhetorikverständnis und Rhetorikausbildung in der DDR am Beispiel des Fachgebiets Sprechwissenschaft in Halle 283

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Rhetorikverständnis und Rhetorikausbildung in der DDR am Beispiel des Fachgebiets Sprechwissenschaft in Halle Birgit Venus, Halle 1 Einleitung Seit der politischen Wende sind neunzehn Jahre vergangen. Nach wie vor ist die brisante Thematik Rhetorik in der DDR nahezu unaufgearbeitet. Einzige kom- plexe Abhandlung ist die 1991 veröffentlichte Dissertation von Martin Beck „'Rhetorische Kommunikation' oder 'Agitation und Propaganda'. Zu Funktionen der Rhetorik in der DDR". In dieser Monographie bezeichnet der Autor die Rhe- torik in der DDR als eine „imperative Rhetorik", bestreitet das Vorhandensein rhetorischer Kommunikation im Sinne einer intentionalen wechselseitigen Ver- ständigungshandlung (Beck 1991, 49) und begründet dies u. a. mit dem Fehlen einer demokratischen Öffentlichkeit in der DDR-Gesellschaft. Anstelle von rhe- torischer Kommunikation seien Agitation und Propaganda als manipulative Pro- zesse getreten. Die Tatsache aber, dass im Fach Rhetorik eine reguläre akademi- sche Ausbildung existierte, findet wenig Eingang in die Monographie. Der Er- kenntnisgewinn allein aus schriftlichen Quellen und der völlige Verzicht auf empirische Daten, wie z. B. Zeitzeugenberichte in der Arbeit Martin Becks führt zu verzerrten Einschätzungen der DDR-Realität. Entstanden ist dadurch ein aus der Außenperspektive gefälltes (beinahe pauschales) Urteil über eine sehr diffe- renzierte und diffizile Situation, welches dieser nicht gerecht wird. Es bedarf nicht nur deshalb einer Neudarstellung, sachbezogenen Untersuchung und Sys- tematisierung der Tatsachen. In meiner Diplomarbeit unternahm ich den Versuch, Funktion und Stellenwert der Rhetorik im Gesellschaftssystem der DDR zu erfassen, auch im Zusammen- hang mit Agitation und Propaganda als Formen öffentlicher Kommunikation...

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