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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Edited By Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Siegrun Lemke Zur stimmlich-sprecherischen Ausbildung Lehramtsstudierender 85

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Zur stimmlich-sprecherischen Ausbildung Lehramtsstudierender Siegrun Lemke, Leipzig 1 Problemstellung Die Frage der stimmlich-sprecherischen Eignung für sprechintensive Berufe so- wie Art und Umfang der diesbezüglichen Ausbildung Studierender wurde und wird sowohl von Fachvertretern der Sprechwissenschaft als auch anderer Wis- senschaftsdisziplinen unter den verschiedensten Aspekten diskutiert. Ihre Be- deutung für lebenslange stimmliche Berufsfähigkeit steht offensichtlich außer Frage. Das Fehlen entsprechender gesetzlicher Regelungen und angemessener Lehrkapazitäten an deutschen Hochschulen und Universitäten wird einhellig be- klagt, Veränderungen nachdrücklich eingefordert, vor allem für die Lehr- amtsausbildung. Lehrer beeinflussen sprachliche und sprecherische Normvor- stellungen, Verhaltensmuster und Entwicklungen. Das gilt selbstverständlich auch für Vertreter des öffentlichen Lebens (z. B. der Medien, der Wirtschaft, der Politik, der Wissenschaft, der Kunst). Die Spezifik ihres Berufes bedingt jedoch, dass Pädagogen eine besondere Verantwortung tragen und vergleichsweise hohe stimmliche Belastungen zu bewältigen haben: 1. Wirkungsvolle situations- und hörerbezogene, sprecherische Äußerungen erleichtern den Verstehens- und Behaltensprozess, können sich positiv auf die Lernatmosphäre auswirken, Schüler motivieren und aktivieren. Dagegen stellt eine deutlich auffällige Stimme oder Sprechweise u. U. einen Störfaktor dar. Gestörte Kommunikation aber bedeutet erschwerte Kommunikation. Auf die Schulsituation bezogen heißt das, die Aufnahme des Lernstoffes durch die Schüler wird in diesem Falle behindert, weil beispielsweise auf Grund ei- ner Sprachstörung, verwaschener Artikulation, hochgradiger Heiserkeit des Lehrers die Verständlichkeit eingeschränkt ist oder die Schüler durch unphy- siologische Atmung, eine überhöhte, angestrengt wirkende Stimme...

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