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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Beate Müller Das Schallarchiv des Instituts für Sprechwissenschaft und Phonetik - wissenschaftshistorischer Wert und Bedeutung für zukünftige Forschungen 193

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Das Schallarchiv des Instituts für Sprechwissenschaft und Phonetik — wissenschaftshistorischer Wert und Bedeutung für zukünftige Forschungen Beate Müller, Halle 1 Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Schallarchivs Das Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik ist im Besitz einer wertvollen historischen Phonetischen Sammlung, die vor fast einhundert Jahren gegründet wurde und in ihrer fachbezogenen Spezifik einmalig und damit von über- regionaler Bedeutung ist. Die Sammlung besteht aus experimental phonetischen Geräten und einem Schallarchiv mit zahlreichen Sprachaufnahmen aus allen Be- reichen der heutigen halleschen Sprechwissenschaft Phonetik, Rhetorik, Sprach- , Sprech- und Stimmstörungen sowie Sprechkunst, welche mit Blick auf den ge- genwärtigen Bedeutungszuwachs der Kommunikationswissenschaften von all- gemeinem wissenschaftlichem Interesse und Wert sind. Die Phonetische Sammlung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem in Halle tätigen Mundartforscher und Phonetiker Otto Bremer (1862-1936) ge- gründet und von seinem Fachkollegen Richard Wittsack (1887-1952) übernom- men und erweitert und bis in die frühen 1950-er Jahre wissenschaftlich betreut. Sie bestand zu diesem Zeitpunkt zunächst aus einem relativ großen Arsenal an experimental-phonetischen Geräten und den damaligen technischen Standards entsprechenden Tonwiedergabesystemen sowie einem umfangreichen Fundus an Tonträgern mit Sprachaufnahmen zum Fachgebiet Sprechkunde. Es handelt sich hierbei vor allem um Phonographenwalzen und Schelllackplatten wie auch um Decelithfolien mit Eigenaufnahmen der in Halle tätigen Sprechkundler. Inhaltlich umfasst das Archivmaterial aus dieser Zeit vor allem Aufnahmen dia- lektaler Varianten des Deutschen, Reden und Gespräche, Rezitationen sowie Lehrwerke zur deutschen Hochlautung. Von der akribischen wissenschaftlichen Arbeit mit den Sammlungsobjekten...

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