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Transurbane Lebenswelten in Bozen

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Peter Volgger

Dieses Buch liefert neue Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung zu Migration und Stadt und zeigt innovative Methoden der Stadtforschung am Beispiel senegalesischer Migranten in Bozen auf. Die Improvisationen dieser Menschen schaffen Öffnungen für neue urbane Situationen und kreative Verbindungslinien zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Die entstehenden Phänomene können an einem konkreten Ort sichtbar gemacht werden. Die zentrale Aussage ist, dass die Muriden in Bozen ein authentisches Fragment – ein «afrikanisches Dorf» – bewohnen, das nicht einfach mit Begriffen des normativen Raums zu erklären ist. Es entstehen selbstautorisierte Strukturen, die zu einer Neuverteilung von Aktivitäten und Rollen jenseits der Räume führen, die uns vertraut sind.
Diese Arbeit hat 2011 den ersten Preis des Südtiroler JungakademikerInnenforums gewonnen.

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III DAS BOOT

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3.1 Die senegalesische Piroge 3.1.1 Ein Schnittstellenwerkzeug Der Ursprung des Namens ‚Senegal‘ liegt im Wolof-Ausdruck ‚sun gaal‘, dh. ‚un- ser Boot‘279 im Unterschied zu ‚mein Boot‘280. Das ‚Boot‘ ist ein ‚metaphorischer Wurf‘281, der etwas Zufälliges hat, aber nicht unpräzise ist. Die Metapher des Boo- tes steht damit am Beginn eines Entwurfprozesses282. Die Piroge liefert aber kein Ereignis besonderer Art, sondern es geht um das Alltägliche, Banale, das, was sich jeden Tag vor unseren Augen auftut, wenn wir bereit sind, das ‚urbane Treibgut‘283 (BUNSCHOTEN) zusammenzutragen und zu sichten. Es gibt stets mehr als eine Möglichkeit, sich einer Insel zu nähern. In einer krei- senden Bewegung der Annäherung und Distanzierung284, mit Höhen und Tiefen, einer Spirale folgend. Die Fahrt beinhaltet das rettende Ufer genauso wie das Riff, die Stürme und den Schiffsbruch285. Es trifft als Flüchtlingsboot auf in der Gestalt der absoluten Gefahr, findet aber auch die Chance des neuen Ufers, den Wechsel der Standpunkte, die immer neuen Perspektivierungen, den Blick, der von einer Insel aus zur nächsten geht. Die ‚Drift‘ thematisiert die Aspekte der Bewegung und Veränderung, der Wiederholung und Differenz und macht den Gewinn eines solchen Denkens deutlich. Das Logbuch der Piroge - ihr Programm - erhält seine Bedeutung aus einer Irrfahrt286 (errance, derivé, détournement), deren Anfangs- punkt nicht mehr eindeutig zu bestimmen ist. 279 Anm.: Ein Sprichwort der Wolof sagt: „Rafle du nakk yerè waaye ki rafle mooy ki amul nit“, dh....

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