Show Less

Börsenerlaubnis, Anteilseignerkontrolle und Niederlassungsfreiheit bei der Fusion von Börsenorganisationen

Das Projekt Gamma

Series:

Horst Hammen

Das jüngste Fusionsvorhaben zweier internationaler Börsenorganisationen – der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main und der NYSE Euronext in New York – ist im Februar 2012 infolge einer Untersagung der Europäischen Kommission nicht durchgeführt worden. Die Abhandlung nimmt dies zum Anlass, die börsenrechtliche Zulässigkeit eines solchen Vorhabens rechtswissenschaftlich zu untersuchen. Nach einer einleitenden Betrachtung aufsichtsrechtlicher Fragestellungen der Fusion zweier Börsenträger werden Rechtsfragen der Börsenerlaubnis im Zusammenhang mit solchen Fusionen und Aspekte der börsengesetzlichen Anteilseignerkontrolle behandelt und anschließend im Lichte der europarechtlichen Niederlassungsfreiheit gewürdigt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract

Am 15.2.2011 teilte die Deutsche Börse AG ad hoc mit, mit der NYSE (New York Stock Exchange) Euronext fusionieren zu wollen (Projekt Gamma). Dieses Vorhaben, das die fusionierten Börsen zu einem wahrhaften Global Player hätte werden lassen, stieß von Beginn an auf politische, aber auch auf aufsichtsrecht- liche Vorbehalte bei der hessischen Börsenaufsichtsbehörde1, die für die Beauf- sichtigung der Frankfurter Wertpapierbörse und ihres Trägers, der Deutsche Börse AG, nach dem Börsengesetz zuständig ist. Deshalb wurde es am Finanz- platz Frankfurt auf zahlreichen politischen und juristischen Foren diskutiert. Fast ein ganzes Jahr lang hielt die geplante Fusion die Börsenwelt in Atem, bis dann die Europäische Kommission diesen Zusammenschluss im Februar 2012 aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verbot. Im Zusammenhang mit juristischen Diskussionen um die börsengesetzliche Zulässigkeit des seinerzeit geplanten Vorhabens2 hat mich die Deutsche Börse AG beauftragt, die geplante Fusion aus dem Blickwinkel des Börsenrechts rechtswissenschaftlich zu begutachten. Dieses Gutachten gelangt mit dem vor- liegenden Band – leicht überarbeitet und ergänzt3 – zum Abdruck (Teil B). Dem Gutachten vorgeschaltet ist die ausgearbeitete Fassung eines am 15.2.2012 an der Pusan National University, Pusan, Korea, gehaltenen Vortrags4 über auf- sichtsrechtliche Fragen der geplant gewesenen Fusion im Allgemeinen (Teil A). 1 Vgl. Börsen-Zeitung v. 22.12.2011, S. 3 u.a. mit Blick auf einen aus wettbewerbsrecht- lichen Bedenken der EU-Kommission resultierenden möglichen Verkauf der zur Grup- pe Deutsche Börse gehörenden Terminbörse Eurex; Börsen-Zeitung v. 31.1.2012,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.