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«... notwendig und schön zu wissen, auf welchem Boden man geht»

Arbeitsbuch Uwe Kolbe

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Edited By Stefan Elit

Seit Mitte der 1970er Jahre entsteht Uwe Kolbes literarisches Werk. Zwar gibt es bereits wissenschaftliche Arbeiten zu einer Reihe seiner Gedichte sowie kleinere Darstellungen zu seinem Werk, ein umfassender Überblick liegt jedoch nicht vor. Anliegen des Bands ist es, in diesem Sinne Linien zu ziehen und Perspektiven aufzumachen. Er bietet dafür als Arbeitsbuch verschiedene Annäherungsformen (Interviews, Essays, Zeitzeugen- und Weggefährten-Äußerungen sowie kleinere künstlerische Texte) und gliedert sich in drei große Teile: Ein erster Bandabschnitt widmet sich Kolbes Leben und Werk bis zum Verlassen der DDR, ein zweiter Abschnitt versammelt Beiträge vor allem zum lyrischem Werk und internationalen Kontakten seit Mitte der 1980er Jahre und ein dritter Abschnitt wendet sich Kolbes neuestem Schaffen zu.

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Für den Anfang

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UWE KOLBE Ich will es hier zu Anfang gleich gestehen, wie das Gewissen mir noch immer schlägt und sie, fernab, mir stets vor Augen steht, die Heimat, die zugleich ich lauthals schmähe. Lieb Freunde, halb im Wohl und ganz im Wehe, wenn mir der Westfraß oft den Darm aufbläht, liegts daran, was die Elbe mir herträgt. Da wird die zartste Taube letztlich zähe. Wähnt Mutter nicht mich im Schlaraffenlande? Spricht Vater nicht Treue als Tugend an und deutet seltsam heimlich auf die Reußen? Ich aber suche, endets dreist im Wahne, ein undeutsch (und drum ungeteiltes) Land, gleichweit entfernt von Daimlerland und Preußen.1 1 Aus: Ders.: Renegatentermine. 30 Versuche, die eigene Erfahrung zu behaupten. Frankfurt/Main 1998, S. 15 (© Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1998).

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