Show Less

Konkurrenz

Eine soziologische Analyse- Theodor-Geiger Gesamtausgabe- Abteilung VI: Wirtschafts- und Betriebssoziologie. Bd. 1- Herausgegeben und erläutert von Klaus Rodax

Series:

Klaus Rodax

«Das öffentliche Denken hat sich von der Wirtschaftskonkurrenz so vereinnahmen lassen, daß die Anwendung des Konkurrenzbegriffes auf andere Gebiete gleichsam als Analogie angesehen wurde. Die Besonderheiten der Wirtschaftskonkurrenz wurden generalisierend auf den Konkurrenzbegriff übertragen, obwohl dies nur durch angestrengte Auslegungskünste möglich war.» (Theodor Geiger)

Prices

Show Summary Details
Restricted access

B. Wirtschaftskonkurrenz

Extract

Das folgende ist keine nationalökonomische Untersuchung. Konkurrenz wird als eine Sozialform des Wirtschaftslebens betrachtet; ökonomische Überlegungen sind hier nur Mittel zum Zweck und werden nicht um ihrer selbst willen eingeführt. Die nationalökonomische Konkurrenzlehre hat zuallererst die Preisbil- dung vor Augen. Aus diesem Grunde stützt sie sich – besonders in ihrer klassischen Form – fast nur auf Beispiele, in denen – „quantitativ“ – über den Preis konkurriert wird; das ideelle Beispiel ist die Börse als Anpassungsinstitution. – Die folgende Untersuchung geht von einem ganz anderen Gesichtspunkt aus. Darin liegt keine Polemik gegen die Nationalökonomie, die ihr Feld selber absteckt. Ihre Konkurrenzlehre hat als Grundlage für eine statische Theorie des Gleichgewichtspreises aus- gezeichnete Dienste geleistet. Die Aufgabe der Wirtschaftssoziologie ist aber eine andere; sie will die Konkurrenz als eine Relationsform analysie- ren und beschreiben, innerhalb derer die Wirtschaftsprozesse verlaufen; dabei müssen alle Formen der Konkurrenz gleichwertig nebeneinander stehen. Der Preiskonkurrenz kommt in diesem Gedankenzusammenhang keine Sonderstellung zu. Ihre besondere Bedeutung für die Preisbildung ist wirtschaftssoziologisch irrelevant, weil die Probleme der Preistheorie außerhalb dieses Gebietes liegen. – Die hier vorliegende Untersuchung verfolgt deshalb zunächst ein ganz anderes Erkenntnisinteresse als die nationalökonomische Konkurrenzlehre. Erst später kommt es zu einer gewissen Kritik an der nationalökono- mischen Konkurrenzlehre; darüber sollen nur ein paar Andeutungen gemacht werden. Die Nationalökonomie hat in jüngster Zeit gezwunge- nermaßen der „qualitativen“ Konkurrenz – durch Differenzierung der Warengattungen – selbst größere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Es hat sich aber als schwierig herausgestellt, die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.