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Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten

Eine vergleichende Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele indigener Bevölkerung

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Daniel Stosiek

Dieses Buch befasst sich mit den Vorstellungen von Entwicklung, Menschenrechten und einem guten Leben aus der Sicht marginalisierter Gruppen. Im Fokus stehen indigene Völker in Lateinamerika (insbesondere die Mapuche in Chile) und Beduinen bzw. PalästinenserInnen. Der Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Gesellschaften, die die europäische Kolonisierung gemeinsam haben, erweist sich als sehr ergiebig. Die Äußerungen in Interviews und Gesprächen bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach einer neuen, dialogischen, ‘postkolonialen’ und daher alternativen Globalisierung, in der die Stimmen und Realitäten der subalternisierten Subjekte nicht mehr ausgelöscht werden.

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Schluss

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Im ersten Teil dieser Arbeit zeigte ich skizzierend aus postkolonialer Per- spektive Aspekte der Praxis der Kolonialgeschichte und des kolonialen Den- kens, sowie postkoloniale Alternativen auf. Während koloniales Denken zu ei- ner totalen (europäischen) Identität tendiert, welche keine anderen Identitäten kennt und anerkennt, argumentiert der Postkolonialismus aus der Perspektive anderer Subjekte, Stimmen und Kulturen heraus, kritisiert aus dieser Sicht die Hegemonie des Nordens und tritt für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung des Südens ein. Im zweiten Teil thematisierte ich Stimmen indigener und ande- rer marginalisierter Bevölkerung, die ich von mir selber durchgeführten Inter- views, Gesprächen, Teilnehmender Beobachtung und Literaturarbeit entnahm. In der Vielfältigkeit der geäußerten Positionen wurde dabei zum einen besonders ein Aspekt der Kolonialgeschichte genauer verständlich, nämlich die Genesis der Armut, die damit zusammenhängt, dass den betreffenden Bevölkerungs- gruppen wesentliche Grundlagen eigenständiger Kultur zerstört und beschädigt wurden und werden, und dass sie zugleich bezüglich der jeweils entstehenden, hegemonialen, westlich geprägten Gesamtgesellschaft von Exklusion betroffen waren und sind. Zum andern wurde deutlich, dass Auswege aus Situationen der Armut und Ausgrenzung besonders von Selbstorganisation indigener Völker und von Konfliktivität ausgehen, weil erst dies die Blindheit des implizit weiterhin vorhandenen ‘kolonialen’ Paradigmas einer totalen Identität (des Nordens) durchbricht und sowohl selbstbestimmte Abgrenzung, als auch Dialog schafft. Der dritte Teil meiner Arbeit eröffnet einen Rahmen, um die Ergebnisse des zweiten Teils verständlicher zu machen. Hier thematisierte ich aus der...

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