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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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9 Methodik

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Die Vielfalt an Forschungsmethoden, die einem Wissenschaftler zur Ver- fügung stehen, machte es zunächst nicht einfach, die passende Methode zu finden. Diese wird maßgeblich von der Fragestellung beeinflusst. Zu- nächst wurden quantitative und qualitative Verfahren gegeneinander ab- gewägt. Je mehr Einarbeitung in die Thematik erfolgte, desto offensichtli- cher wurde, dass ein qualitativer Zugang empfehlenswert war. Mit den bescheidenen Mitteln (z. B. kleine Stichprobe) im Rahmen dieser wissen- schaftlichen Arbeit wurde deutlich, dass mit einem quantitativen For- schungsdesign nur schwer Antworten auf Leitfragen zu finden sein wür- den. Quantitative Methoden neigen aufgrund von Schematisierung und Standardisierung dazu, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen oder zu abstrahieren. Die Generalaussagen, die man erhält, können oft nicht die Realität in all ihren individuellen und subjektiven Facetten abbilden. Zu- dem bedarf es einer Hypothesen geleiteten Bearbeitung. Dies war nicht der beabsichtigte Ansatz der vorliegenden Arbeit. Bei der Hypothesenbil- dung und Formulierung eines standardisierten Frageschemas und dem daran anschließenden Interpretations- und Einbindungsverfahren der Re- sultate in übergeordnete Untersuchungszusammenhänge war die Gefahr erkennbar, dass Nuancen, die nicht ins Schema passen, keine Beachtung mehr erfahren. Ein Hypothesen generierendes Verfahren schien hier an- gemessener. Eine Thematik, die die Interaktion von Lebewesen, hier vor allem Lebewesen verschiedener Spezies, zum Inhalt hat, sollte sich mögli- cherweise gerade auf diese Nuancen konzentrieren. Es kommt manchmal auf das an, was „zwischen den Zeilen“ steht. Da die „tiergestützte Therapie“ ein noch relativ „junges“ Forschungsgebiet ist, sollte eine Literaturrecherche klären, was es überhaupt...

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