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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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13 Ausblick und weiterführende Fragestellungen für Forschung und Praxis

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Zu dem Wissenschaftsgebiet der Mensch-Tier-Beziehung und im engeren Sinne der Mensch-Hund-Beziehung könnten endlose Fragen aufgeworfen werden. Ein Grund ist die schon erwähnte Verquickung verschiedener Dis- ziplinen, die jeweils ihren eigenen Blickwinkel haben. Einige wenige Fra- gen sind hier in Form eines Brainstormings zusammengetragen. Vorab soll noch kurz aufgezeigt werden, welche Gebiete in Anbetracht der Informa- tionsfülle keine Betrachtung fanden, obwohl auch sie es wert gewesen wären: • Hundeausbildung im Strafvollzug: Inhaftierte bilden während ihrer Haftzeit Hunde zu Sevicehunden wie z.B. Blindenhunden, Gehörlo- senhunden u.s.w. aus. Mittlerweile gibt es bereits einige Evaluati- onsstudien, die den Erfolg dieser Projekte für alle Beteiligten doku- mentieren. (Vgl. auch Gusella 2003, S. 431) • „Zur Schule mit Jule“: Dieses Projekt (1999) geht auf den Lehrer Bernd Retzlaff zurück, der an einer Hauptschule im badischen Sulz- burg eine schwierige Klasse übernahm. Seine Labradorhündin Jule, die ihn jeden Tag in den Unterricht begleitete, brachte den Schülern ein besseres Sozialverhalten bei. Mittlerweile gibt es an Schulen in ganz Deutschland ähnliche Projekte. (Vgl. z. B. www.schulhund.de) • Thema „Hundephobie“: Hier wird klassischer Weise die bekannteste Form der „Hundetherapie“ durchgeführt. Hunde wurden in der ver- haltenstherapeutischen Behandlung von Hundephobie immer schon zur Desensibilisierung eingesetzt. • Eigene Beobachtungen in einem integrativen Kindergarten: Ich habe Kinder in einem Kindergarten der Lebenshilfe einen Vormittag lang begleitet und beobachtet. Eine Erzieherin der Kita brachte je- den Tag ihren ausgebildeten Therapiebegleithund mit, der sich auf dem Kindergartengelände annähernd selbständig bewegen durfte. Außerdem gab es...

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