Show Less

Die Entwicklung des deutschen Militärwortschatzes in der späten frühneuhochdeutschen Zeit (1500-1648)

Series:

Anna Just

Die deutsche Militärsprache ist ein Faszinosum in vielerlei Hinsicht. Ihre Ursprünglichkeit ist noch heute in vielen Bezeichnungen fassbar. Ihr Wortschatz hat beständig Eingang in den zivilen Sprachalltag gefunden und in den Zeiten des Militarismus in Deutschland nachhaltig prägenden Einfluss auf den allgemeinen Sprachgebrauch gehabt. Besonders reizvoll erscheint es daher, sich mit ihren Anfängen zu beschäftigen. Fasst man die Begriffe deutsch und Militär etwas enger, sind diese etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts anzusiedeln. Der Leser bekommt ein Werk an die Hand, das sowohl dem sprachlich Interessierten als auch dem militärischen Fachmann den historischen Militärwortschatz vor dem 30jährigen Krieg erläutert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Ergebnisse

Extract

Allgemeines Zunächst einmal ist zu konstatieren, dass sich die bereits in der Einleitung und in den Vorbemerkungen zu den einzelnen Kapiteln genannten Schwie‐ rigkeiten bei der Bearbeitung des Themas durchgehend bestätigten. Auf sol‐ che dürfte ein jeder stoßen, der sich dieser oder einer vergleichbaren Mate‐ rie sprachwissenschaftlich nähert. Zusammenfassend kann man diese vielleicht verkürzt bezeichen als Probleme a) der Definition, b) der zeitlichen Einordnung, c) der sachlichen Zuordnung und d) der begrifflichen Unterordnung. Definition Wie in der Einleitung diskutiert, ist der Begriff „Militär” in der Tat vieldeutig und wird auch, je nach herangezogener Quelle, unterschiedlich definiert872. Der Brockhaus umschreibt ihn lakonisch als „Sammelbegriff für Soldaten, Streitkräfte”873 und „Soldat” als „jeden im Waffendienst stehenden Angehö‐ rigen der Streitkräfte eines Staats”874. Nach heutigem Staatsverständnis ist dies auch ohne weiteres nachvollzieh‐ bar, auf die damaligen Verhältnisse lassen sich diese Begriffe jedoch nur be‐ dingt übertragen, schon weil es die Bezeichnung „Militär” noch gar nicht gab und „Soldat” sich erst allmählich einbürgerte. Darüber hinaus war damals die damit heute verbundene Vorstellung von einem Staatsdiener noch fremd: Söldner waren nach heutiger Lesart „Freiberufler”. Dennoch wurde an der Bezeichnung Militär festgehalten, nicht zuletzt auch mangels einer treffenden Alternative. Ähnlich verhielt es sich mit dem Begriff „deutsch”: Auch hier lassen sich, je nach Betrachtungswinkel, unterschiedliche sprachhistorische, staatsge‐ schichtliche oder geografische Definitionen finden875, die für den betrachte‐ ten Zeitraum allesamt von Belang sind. 872 Verschiedene Quellen, u.a....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.