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Schulbau in Bayern 1945-1975

Von der Zwergschule zum Schulzentrum, vom Pavillon zur Großstruktur

Alfred Schmucker

Der öffentliche Schulbau im Freistaat Bayern vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der ersten drei Jahrzehnte nach 1945 ist Gegenstand dieser Untersuchung. Hoher Schulraumbedarf und anspruchsvolle Zielsetzungen, wie Demokratisierung der Gesellschaft, kindgerechte Schule, Verbesserung der Bildungschancen und Bildungsexpansion, machten den Schulbau zu einer bedeutenden Bauaufgabe. Auf der Grundlage bildungspolitischer und pädagogischer Vorgaben entwarfen die Architekten – Vorbildern folgend – konzeptionell und baulich-gestalterisch neue Schulgebäude. Im Zuge der weiteren Entwicklung in der Bildungspolitik und Pädagogik, aber auch in der Baukonstruktion und Architektur, entstand ein breites Spektrum von Lösungen, das typologisch und nach Entwicklungsphasen geordnet untersucht und in den bundesdeutschen und internationalen Schulbaukontext gestellt wird.

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Kapitel I: Schule und Schulbau in der frühen Nachkriegszeit(1945 – 49)

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29 Kapitel I: Schule und Schulbau in der frühen Nachkriegszeit (1945 – 49) Die Situation der Schule nach 1945 Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Terrorregimes, nach der durch ei- ne verantwortungslose und menschenverachtende Politik fehlgeleiteten Kraftanstrengung eines ganzen Volkes, nach dem Schrecken des Krieges, den Zerstörungen der Bomben- angriffe und der militärischen Niederlage war die Bevölkerung physisch erschöpft und psychisch traumatisiert. Die oft zitierte „Stunde Null“ im übertragenen Sinn als Hinweis darauf zu verstehen, dass das Jahr 1945 im politischen Bewusstsein vieler Zeitgenossen den „tiefsten Bruch in der neueren deutschen Geschichte“57 markiert und „soviel Anfang noch nie war“58. Bundespräsident Richard von Weizsäcker nannte 1985 anlässlich des 40. Jahrestages der Beendigung des Krieges den 8. Mai den „Tag der Befreiung“ und stellt rückblickend fest: „Wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg“59. 1945 war also zugleich Ende als auch Neuanfang. Deutschland stand am Beginn einer Entwicklung, die Staat und Gesellschaft grundlegend verändern sollte. Diese Veränderun- gen betrafen auch und in besonderem Maße die Schule als Bestandteil des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens und als Ort der Erziehung der nachkommenden Genera- tionen. Der Unterricht in den Volksschulen wurde trotz mancherorts katastrophaler räumlicher Verhältnisse auf Anordnung der Militärregierung in der Amerikanischen Besatzungszone bereits am 1. Oktober 1945 wieder aufgenommen. Die weiterführenden Schulen zogen im November und Dezember...

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